Kultur bei den Kleinsten

Kulturelle und sprachliche Integration in Geretsrieder Kindertagesstätten 

16. Integrationsforum Geretsried: (v.l. oben) Hannah Schreyer, Daniela Biedermann, Gabriele Hertlein und Rudi Mühlhans.
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Die Teilnehmer schalteten sich virtuell zusammen. Das 16. Integrationsforum befasste sich mit der „kulturellen und sprachlichen Integration als wichtige Aufgabe in Kindertagesstätten“: (v.l. oben) Hannah Schreyer, Daniela Biedermann, Gabriele Hertlein und Rudi Mühlhans.
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Geretsried – „Kulturelle und sprachlichen Integration in Kindertagesstätten“ Thema des 16. Integrationsforums Geretsried.

Jüngst lud die Koordinationsstelle Integration aktiv (IAG) vom Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit Geretsried zum 16. Integrationsforum ein. Per Online-Meeting sprachen Kita-Teams und Vertreter aus Politik und Vereine über die wichtige Aufgabe der kulturellen und sprachlichen Integration in Kindertagesstätten.

Wie Hannah Schreyer, Leiterin der Koordinationsstelle „Integration aktiv“ innerhalb des Trägervereins erläuterte, steige die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund stetig an. So besaßen 2020 etwa 40 Prozent aller unter Fünfjährigen einen Migrationshintergrund, wo es zehn Jahre zuvor noch 33 Prozent waren.

Multikulti-Stadt Geretsried

Dieser Anstieg sei nicht nur in der Gesamtbevölkerung zu spüren, sondern auch in Einrichtungen der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung. 2019 hätten Kinder mit Migrationshintergrund etwa 28 Prozent aller Kita-Kinder in Deutschland ausgemacht. „Auch in der Multikulti-Stadt Geretsried haben 28 Prozent der Bevölkerung eine ausländische Staatsbürgerschaft aus mindestens 113 Nationalitäten“, erklärte Schreyer.

In den örtlichen Kindertagesstätten würde sich dies also auch widerspiegeln. „Da Integration bereits im jüngsten Alter beginnt, wurde das Thema für das Integrationsforum gewählt“, erklärte die IAG-Chefin weiter.

Als Referentin hatte das IAG-Team die Sozialpädagogin und Beraterin Gabriele Hertlein aus Uffing am Staffelsee eingeladen. In ihrem Vortrag sprach sie verschiedene Aspekte von Integration an und erläuterte die aus der Vielfalt entstehenden Potenziale. „Kultur äußert sich in Gebräuchen, Festen, Kleidung, Religion, Musik, Kunst sowie Medizin und Wissenschaft“, sagte Hertlein.

„Aber auch in Moralvorstellungen, Traditionen, Lebensweisen und nicht zuletzt in der Erziehung.“ Daher sei es besonders wichtig, kulturelle Hintergründe und Erziehungsvorstellungen im KiTa-Alltag verstehen und einordnen zu können.

Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller lobte den interessanten Vortrag von Hertlein. Integration sei jederzeit ein wichtiges Thema und gerade während der aktuellen Pandemie würden einzelne Gruppen starke Auswirkungen spüren. Besonders Kinder mit Migrationshintergrund würden dazu gehören.

Unterschiedliche Herausforderungen

Unter anderem tauschten sich die Teilnehmer auch in kleineren Gruppen aus. „Es ging um die Herausforderungen, die interkulturelle Arbeit mit Kindern mit sich bringt“, erklärte Schreyer. „Wie mit unterschiedlichen sprachlichen Fähigkeiten Erziehungsvorstellungen umgegangen werden kann und wo Partizipationsmöglichkeiten geschaffen werden können.“

In der Schule würde man etwa stark merken, welche Kinder vorher einen Kindergarten besucht haben. „Daran sieht man, wie wichtig die frühe Integration in Betreuungseinrichtungen für Kinder ist“, sagte die IAG-Leiterin.

Der Bedarf an Vorkursen und Deutsch-als-Zweitsprache-Kursen sei nach wie vor sehr hoch. Daher müsse man dringend mehr Plätze schaffen, um den Übergang von KiTa zur Schule zu unterstützen.

Auch die KiTa-Leiterin der Caritas-Einrichtung „Buntstifte“ in Geretsried, Daniela Biedermann, stellte einige ihrer Praxisbeispiele von gelebter interkultureller Erziehung vor. Bildkarten erleichtern etwa die Kommunikation bei geringen Sprachkenntnissen. Ebenso seien inklusive Kinderbücher ein gutes Lehrmittel.

Sie zeigen Diversität auf. „Die Kinder können mit Puppen unterschiedlicher Hautfarben spielen und der Kindergarten feiert Feste aus ganz verschiedenen Kulturen“, erklärte Biedermann weiter.

„Dieser Praxiseinblick war ein toller Abschluss einer sehr gewinnbringenden Diskussion“, sagte Schreyer. Für alle Teilnehmenden sei der Gedanken- und Erfahrungsaustausch sehr bereichernd gewesen.

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