Kulturherbst wird verschoben

Veranstaltungsreihe soll im Oktober 2021 stattfinden

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Um ein Jahr verlegt: Erst 2021 wird das Kulturherbst-Zelt an der Jahnstraße aufgebaut.

Geretsried – 45 Veranstaltungen innerhalb von elf Tagen waren im Rahmen des Geretsrieder Kulturherbstes geplant, darunter Konzerte von renommierten Musikern wie Bob Geldof, Konstantin Wecker, LaBrassBanda und Annett Lousian. Aufgrund der Corona-Pandemie gab Organisator Günter Wagner in der jüngsten Stadtratssitzung die Verschiebung der Veranstaltungsreihe bekannt.

„Wir können die Abstandsregeln im Zelt einfach nicht einhalten“, erklärte Wagner. Rund 2.500 Karten seien bereits verkauft worden. Über die Rückerstattungsmodalitäten wollte er noch nichts sagen. „Alle Karten behalten aber ihre Gültigkeit“, versicherte Wagner. Bürgermeister Michael Müller (CSU) verwies auf die immer noch geltenden Hygienemaßnahmenkatalog für Großveranstaltungen. „Wir können den Kulturherbst rechtlich nicht in geplanter Form stattfinden lassen“, bedauerte er. Wagner hat deshalb bei allen Künstlern angefragt, ob sie auch nächstes Jahr nach Geretsried kommen würden. „Es gab keine fanatischen Zusagen, aber sie wollen alle spielen“, berichtete der Impresario. Lediglich von Annett Louisan und Bob Geldof hätte er noch keine Rückmeldung erhalten. Da der Geretsrieder Kulturherbst ebenso wie das Wolfratshauser Flussfestival alle zwei Jahre stattfindet, kommt es 2021 zu einer Überschneidung. Um zu dem alten Rhythmus zurückzufinden, würde die Stadt Geretsried den Kulturherbst 2022 ausfallen und den nächsten erst 2024 stattfinden lassen, erklärte Müller. „Mein Vorschlag wäre, 2022 etwas Kleines zu machen“, sagte Wagner.

Die Stadträte befürworteten die Verschiebung einstimmig. Dr. Elmar Immertreu (Geretsrieder Liste) wünscht sich aber kurzfristige Alternativen. „Viele Kulturschaffende leben von der Hand in den Mund“, erklärte er. Bürgermeister Michael Müller und das Kulturamt planen deshalb Ersatzveranstaltungen in kleinerem Rahmen. „Wir wollen das kulturelle Leben nicht komplett platt machen. Geretsried bleibt weiterhin Kunst- und Kulturstadt“, versprach Müller. Demnach sollen jeden Donnerstag regionale Künstler in den Ratsstuben auftreten. Zudem soll es Wirtshausmusik geben. „Wir wollen Künstler buchen und auf die Wirte zugehen. So unterstützen wir auch die Wirte, ohne direkte Wirtschaftshilfe zu leisten“, betonte Müller. Denkbar seien auch Platzkonzerte, die im ganzen Stadtgebiet stattfinden könnten. Volker Witte (Grüne) sprach sich dafür aus, dass Künstler öffentliche Plätze und Gebäude mit ihren Malereien verschönern. Zudem wird eine Kooperation mit den Kulturverein Isar-Loisach (KIL) angestrebt, der derzeit eine erfolge Livestream-Veranstaltungsreihe aus der Kulturbühne Hinterhalt anbietet.Peter Herrmann

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