„Leuchtturm der Stadt“

Kulturverein Isar-Loisach feiert im Schwankl-Eck Kunst

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Symbolisiert seit dem 19. Jahrhundert das „Eingangstor“ Wolfratshauser zur Altstadt: das Gebäude am Schwankl-Eck. Oben ist die Ausstellung der ägyptischen Künstlerin Doaa El-Adl zu sehen.

Wolfratshausen – Unter dem Motto „Life is a Cabaret“ eröffnete der Kulturverein Isar-Loisach (KIL) am Samstagabend den vorerst bis Ende August angemieteten „Kunstturm“ am Schwankl-Eck. Während eine begrenze Anzahl von Besuchern im Innenraum die Karikaturen der ägyptischen Künstlerin Doaa El-Adl bewunderte, tanzten andere am Rande des Obermarkts zur Musik der Klaus-Ammann-Big-Band.

„Das wird ein Leuchtturm in unserer Stadt“, versprach Günter Klügl. Der Lichtdesigner hatte bereits vor einigen Tagen mit der Rotlicht-Beleuchtung des oberen Stockwerks Fragen aufgeworfen, die er nun zusammen mit den Mitgliedern des Kulturvereins Isar-Loisach beantwortete. „Künstler von Nah und Fern sollen hier unsere Stadt bereichern“, wünscht er sich. KIL-Vorstandsmitglied Andrea Weber freute sich zunächst über das rege Interesse der Wolfratshauser, die es sich zum Teil auf Klappstühlen und Bänken auf der gegenüberliegenden Straßenseite gemütlich hatten. In ihrer kurzen Begrüßungsrede verwies sie auch auf die fast 200-jährige Geschichte eines Gebäudes, das einst als Tor zur Altstadt galt. Nachdem Anton Schwankl dort 1826 eine Buchbinderei gegründet hatte, war dort später auch die Druckerei einer Heimatzeitung, eine Buchhandlung und Galerien untergebracht.

Dank der guten Kontakte zum Vermieter John Schille, mietete der KIL die Räume nun vorerst bis Ende August an. „Wir wollen mit dieser Ausstellung aufzeigen, welches Potential für kulturelle Bildungsarbeit in diesen repräsentativen Räumen steckt“, erklärte Weber. Derzeit bemühe sich der Verein, Unterstützer und Sponsoren für eine dauerhafte Nutzung des Kunstturms zu finden. Und dies scheint zu einer nicht zu unterschätzenden Herausforderung zu werden. Denn Stadtmanager Dr. Stefan Werner sprach am Samstagabend zwar von einem „schönem ersten Schritt“ zur Etablierung eines Künstlertreffs. Über die mögliche Bezuschussung von Seiten der Stadt hielt er sich indes bedeckt. „Wir sind in engem Austausch und diskutieren alle Möglichkeiten“, so Werner. Letztlich habe der Jugend- und Kulturausschuss des Stadtrats über entsprechende Anträge zu entscheiden. Ähnlich äußerte sich Kulturreferent Alfred Fraas. „Es gehört viel Mut dazu, in diesen schwierigen Zeiten so etwas durchzuziehen“, lobte er. Dennoch gelte es nach wie vor, in der sehr heterogenen Kultursparte niemanden zu vernachlässigen und neben der Unterstützung von Vereinen auch die kritische Situation von Solo-Selbstständigen im Auge zu behalten.

Hans-Werner Kuhlmann, Vorsitzender des Vereins „Lebendige Altstadt Wolfratshausen“ und Initiator der Kunstmeile, sagte dem KIL dagegen schon mal seine uneingeschränkte Hilfe zu. „Ich hoffe sehr, dass sich hier etwas Nachhaltiges entwickelt“, unterstrich er im Gespräch mit unserer Zeitung. Er verwies auf das große künstlerische Potenzial der Region, das es nun auszuschöpfen gelte.

KIL-Vorsitzende Assunta Tammelleo zeigte sich nach dem gut besuchten Eröffnungsabend euphorisch. „Besser konnte es gar nicht laufen!“, freute sie sich. Um die Durchführung der aufwändigen Veranstaltung finanzieren zu können, hatte sie sich zuvor um zahlreiche Spenden bemüht. Ihrer Bitte folgten der Bund für Geistesfreiheit, die Giordano Bruno Stiftung, Traudl und Dr. Michael Bergau, Lichtdesigner Günter Klügl sowie Dr. Ingrid und Frank Schäfer sowie der „Focus“-Begründer Helmut Markwort. ph

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