Der verrückteste Adventskalender

Kunstpädagoge Axel Berger initiiert mit 24 Künstlern digitalen Adventskalender in Bad Tölz

Mit der Sprühdose hat Kunstpädagoge Axel Berger die Silhouetten bekannter Tölzer Gebäude auf zwei Pfeiler der Tölzer Isarbrücke aufgetragen.
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Mit der Sprühdose hat Kunstpädagoge Axel Berger die Silhouetten bekannter Tölzer Gebäude auf zwei Pfeiler der Tölzer Isarbrücke aufgetragen.

Bad Tölz – Durchaus hilfreich ist es, bei manch guten Ideen, dass sie unter großem Zeitdruck realisiert worden sind.

So etwa mit dem neuen virtuellen Tölzer Adventskalender „der verrückteste Adventskalender der Welt“, den der Kunstpädagoge Axel Berger in nur gut einer Woche auf die Beine gestellt hat.

„Eine sehr spannende Aktion, die nicht mit viel Geld von langer Hand geplant war. Dadurch bleibt der Kreativität der Künstler viel Spielraum“, zeigte sich auch Bürgermeister Ingo Mehner von der Idee sehr angetan, als sie am vergangenen Sonntag erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

„Wir wollen die virtuelle Silhouette eindrucksvoller Tölzer Gebäude mit Video-Gruß-Botschaften von 24 Kunst- und Kulturschaffenden verbinden“, erklärte Berger. Dazu wurden zuerst zwei fiktive Skylines aus den Silhouetten ausgewählter, bekannter Tölzer Gebäude mit Farb-Sprüh-Dosen auf zwei Brückenpfeilern der Isarbrücke aufgebracht. Seit gestern, 1. Dezember, wird dort nun täglich in einem knapp eine Minute langen Video mit Hilfe von vier Projektoren jeweils die Silhouette von einem Gebäude „bespielt“. Idealerweise mit einem Bezug zum Haus im Panorama, das dem Künstler zugewiesen wurde. Zudem sollte in den Videos auch ein gewisser Bezug zum Advent und der Vorweihnachtszeit enthalten sein. „Damit wird das Ganze auch für Nicht-Künstler oder auch Nicht-Tölzer gleichermaßen interessant“, so der Initiator.

Mit dieser Aktion will Berger gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Viele Künstler und Kulturschaffende verschiedenster Couleur wurden durch die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hart getroffen. Sie sind ihrer üblichen Kommunikations-Flächen (Bühne, Theater, Auftritte, Musik-Veranstaltungen) beraubt. Deshalb befinden sich viele in einem Prozess der Neufindung. Die Suche nach Möglichkeiten und der kreative Umgang damit stehen dabei oft im Mittelpunkt des täglichen Handelns. Auch Bad Tölz sucht im aktuellen politischen und touristischen Bestreben sein Profil als „Kulturstadt“, das hiermit in der Neudefinition und Wiederbelebung „alter“ Orte gestaltet wird. „Und nicht zuletzt, ist der Bedarf an positiven Nachrichten und verbindenden Signalen zur Adventszeit besonders in diesem Jahr durch die besonderen Umstände enorm“, so Berger.

Die einzelnen „Türchen“ des „verrücktesten Adventskalenders der Welt“ werden täglich veröffentlicht. „Ein bisschen wie ein virtuelles Sandmännchen.“ Jeden Tag um 18 Uhr erreicht es die Interessierten über viele Kanäle via Facebook, Instagram (#isarstreetart) und der offiziellen Tourismus-Tölz Webseite www.bad-toelz.de.

Obwohl von der ersten Idee bis heute gerade einmal eine gute Woche vergangen ist, hat Axel Berger zusammen mit seinem „technischen Berater“ Flo Beyer bereits rund 200 Stunden in den digitalen Tölzer Adventskalender investiert. Ewald Scheitterer

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