Gegen Gewalt an Frauen

Kunstturm leuchtet in Orange: Kulturverein Isar-Loisach setzt ein Zeichen

Beteiligten sich an der Leuchtaktion: (v.l.) die  Wolfratshauser Grünen-Stadträtin Jennifer Layton, Friederike Krüger, KIL-Vorsitzende Assunta Tammelleo, Isabel Heß, Simona Goldbrunner, Dritte Bürgermeisterin Annette Heinloth und Daniela Satzinger.
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Beteiligten sich an der Leuchtaktion: (v.l.) die Wolfratshauser Grünen-Stadträtin Jennifer Layton, Friederike Krüger, KIL-Vorsitzende Assunta Tammelleo, Isabel Heß, Simona Goldbrunner, Dritte Bürgermeisterin Annette Heinloth und Daniela Satzinger.

Wolfratshausen – Am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen rief der Zonta-Club dazu auf, bedeutende Gebäude mit orangefarbenem Licht zu bestrahlen. Daran beteiligte sich auch der Kulturverein Isar-Loisach (KIL).

Mit orangefarbenen Strahlern beleuchtete Lichtdesigner Günter Klügl am Mittwochabend den „Turm für Kunst und Kommunikation“ am Schwankl-Eck. „Wir setzen damit ein solidarisches Zeichen“, erklärte KIL-Vorsitzende Assunta Tammelleo. Mit ihr demonstrierten die Grünen-Stadträtin Jennifer Layton, Dritte Bürgermeisterin Annette Heinloth sowie die KIL-Mitglieder Friederike Krüger, Isabel Heß, Simona Goldbrunner und Daniela Satzinger.

„Geschlechterspezifische Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat in Corona-Zeiten weiter zugenommen. Mit Leuchtaktionen in über 100 Städten und Kommunen macht Zonta am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen auf diese Menschenrechtsverletzung aufmerksam und fordert Politik und Gesellschaft zu entschlossenerem Handeln auf“, heißt es in der Presserklärung des Münchner Zonta-Clubs.

Nach Ansicht von Prof. Hoda Tawfik greifen die Hilfsmaßnahmen von Bund und Ländern zu kurz. „Jeden zweiten bis dritten Tag wird in Deutschland eine Frau durch ihren Partner getötet, und diese statistische Größe aus dem vergangenen Jahr ist nur die Spitze des Eisbergs“ glaubt die Präsidentin des Zonta-Clubs München City . Sie fordert ein gesetzlich verankertes Recht auf einen Platz im Frauenhaus sowie eine langfristige und verlässliche Finanzierung der Beratungs- und Hilfsinstitutionen und den Ausbau von Präventionsangeboten.

Mit der „Zonta-Says-NO-Aktion“ folgten die vier Münchner Zonta Clubs wiederholt dem weltweiten Aufruf „Orange the World“ des UN-Generalsekretariats.

„Jeden zweiten bis dritten Tag wird in Deutschland eine Frau durch ihren Partner getötet.“

Hoda Tawfik, Präsidentin des Zonta Clubs München City

So leuchteten am 25. November in München unter anderem die Allianz Arena, die Technische Universität München, das Residenztheater, der Gasteig und die Lukaskirche in Orange. Der weltweiten Kampagne von Zonta International haben sich in Deutschland parteiübergreifend zahlreiche Politikerinnen, Politiker und weitere prominente Stimmen angeschlossen, darunter die EU-Vizepräsidentin Katarina Barley, die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestages Andrea Lindholz, die hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Lucia Puttrich, die Menschenrechtsaktivistin Monika Hauser, die Fernsehjournalistin Maria von Welser sowie die Drehbuchautorinnen und Filmregisseurinnen Caroline Link und Felicitas Darschin.

Für einen nachhaltigen Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt kommt es laut Zonta International vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie weltweit mehr denn je darauf an, Gewalt an Frauen und häuslicher Gewalt konsequent vorzubeugen und sie nachhaltig zu bekämpfen.

Aus diesem Grund hat die internationale Frauenrechtsorganisation ihre Aufforderung zur weltweiten Ratifizierung und Anwendung der Istanbul Konvention des Europarats erneuert. Sie ist das erste rechtlich bindende Instrument weltweit, das einen umfassenden Rahmen an Maßnahmen zur Verhütung von Gewalt, zum Schutz für die Opfer und zur Verfolgung der Täter vorgibt. Peter Herrmann

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