Kurskorrektur

Steigflug: Die Bundeswehr ändert die Höhenbegrenzung in ihrer Nachttiefflugzone für Kampfjets.

Es geht also doch: Die Bundeswehr erhöht die Höhenbegrenzung in ihrer Nachttiefflugzone. Dadurch gibt es in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach fast keine Einschränkungen mehr für höhere Windräder. Wegen der Jets herrschte bisher im Flugkorridor eine Bauhöhenbeschränkung von 823 Metern über Meeresspiegel. Diese Grenze liegt nun bei 950 Metern.

Je höher eine Windkraftanlage, desto effektiver, insbesondere in windschwachen Gegenden. Die alte Flughöhenregelung war ein Manko für höhere Windräder. Der Druck auf die Politik wuchs angesichts der von der Bundesregierung angepeilten Energiewende. Und die Politik reagierte offenbar. Denn bisher galten die Höhenbeschränkungen als nahezu unantastbar. Dass die Luftwaffe im Sinne der Energiewende von ihren Festlegungen in den Flugkorridoren abgewichen ist, kam mittlerweile auch beim Planungsverband Oberland an. Die Regionsbeauftragte Cornelia Kübler informierte die in der Region 17 (hier vereinen sich die Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau, Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen) von der Flugschneise betroffenen Gemeinden, zudem die jeweiligen Landräte. Münsing liegt mitten in der 18,6 Kilometer breiten Flugzone, die sich – bezogen auf den Landkreis – von Schäftlarn im Norden bis Königsdorf im Süden erstreckt. Bürgermeister Michael Grasl zeigt sich auf Nachfrage unserer Zeitung nicht von der Kehrtwende der Bundeswehr überrascht, wohl aber vom Tempo. Er führt das Umdenken auf politischen Druck zurück: „Wir befinden uns im Wahlkampf.“ Die Ostufergemeinde sei jedenfalls offen für Windkraft. Für die Energiewende-Pilotgemeinde Münsing wären laut Grasl drei Anlagen für die Stromversorgung ausreichend. Das geht auch aus dem Energiekonzept hervor, das Prof. Markus Brautsch von der Hochschule Amberg im Auftrag der Gemeinde erstellt hat. 37 Prozent des Strombedarfs könnten durch Windkraft erzeugt werden. Laut Grasl gab es zu Windrad-Standorten schon interne Gespräche in Arbeitsgruppen. Fest steht schon einmal, wo die Anlagen nicht stehen sollen: Etwa am Höhenrücken des Seeufers. Denkbar wären sie auf Arealen entlang der A95.

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