Zwei Frauen von Bergwacht gerettet

Wackersberg/Brauneck: 41-Jährige stürzt beim Wandern – Gleitschirm landet in zehn Meter hoher Fichte

Ein Gleitschirm im Baum
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Der Gleitschirm verfing sich in einer zehn Meter hohen Fichte.
  • Franca Winkler
    vonFranca Winkler
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  • Daniel Wegscheider
    Daniel Wegscheider
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Wackersberg/Lenggries – Die Bergretter rückten jüngst zu zwei Einsätzen aus: Ein Wander- und ein Gleitschirmunfall forderte ihre Aufmerksamkeit.

Am vergangenen Samstag galt es eine Frau aus Freising zu versorgen, die im Längental bei Lenggries auf glattem Wanderweg ausgerutscht war und sich dabei am Fuß verletzte. Unverletzt blieb dagegen eine Gleitschirmpilotin aus dem Münchner Umland, die am Dienstag in einen Baum auf dem Brauneck krachte.

Wer im Frühling in den Bergen wandern will, findet teilweise tückische Bedingungen vor: Im Tal ist es bereits warm, doch in höheren Lagen regieren teilweise noch eisige Temperaturen. Und Wege sind dort oftmals noch glatt. Das es nicht leicht ist, sich darauf zu bewegen, musste eine 41-jährige Mutter aus Freising bei einer Familienwanderung schmerzlich erfahren.

Die Frau rutschte nämlich am vergangenen Samstag auf dem Rückweg bei einer gemeinsamen Wanderung mit Mann und den beiden Kindern aus – dabei verletzte sie sich am Sprunggelenk. Gegen 17.30 Uhr hatte der Ehemann die Bergwacht alarmierte, die sofort zum Einsatzort im Längental ausrückte. „Der Forstweg war dort stark vereist“, berichtet Lenggries Bergwacht-Sprecherin Lina Feile.

Wegen den fraglichen Schneeverhältnissen nahmen die Lenggrieser und Tölzer Bergwachtler ihren Skidoo per Anhänger sicherheitshalber mit. Bei zunehmender Dunkelheit erreichte dann die ehrenamtlichen Helfer den vereinbarten Treffpunkt. Dort stand bereits der Rettungswagen und der Einsatzleiter bereit. Nach kurzer Absprache wurden zur Sicherheit die Schneeketten angelegt und der Notfallsanitäter mit dem Einsatzfahrzeug der Bergwacht zum Unfallstelle gefahren. „Die Patientin wartete dort am Boden sitzend“, so Feile.

Nachdem das Anlegen der Vakuum-Beinschiene aufgrund der starken Schmerzen nicht möglich gewesen war, wurde der Bergwacht-Notarzt dazu gerufen. Anschließend wurde die gebürtige Spanierin von der Bergwacht dem Rettungswagen übergeben. Der Einsatz dauerte etwa zwei Stunden.

Bruchlandung in einer zehn Meter hohen Fichte

Der zweite größere Einsatz der Bergretter ereignete sich dann am Dienstag gegen 13.30 Uhr. Eine Pilotin mittleren Alters stürzte mit ihrem Gleitschirm unterhalb der Streidlalm am Brauneck ab. Zufällig stapfte an diesem Nachmittag der Tölzer Tobias Reploh in seinen Tourenski Richtung Schrödelstein. Reploh ist Notarzt bei der Bergwacht. Er sah wie die Pilotin ins strauchelte gekommen war und schließlich in den Baum krachte.

Es handelte sich dabei um eine rund zehn Meter hohe Fichte, die von der Pilotin angesteuert wurde, „da sie Probleme beim Start hatte und immer weiter an Höhe verlor“, berichtet Rolf Frasch von der Lenggrieser Berg- und Skiwacht, der beim Einsatz ebenfalls dabei war.

Letztendlich verlief der Aufprall im Wipfel glimpflich und es ist „nix schlimmeres“ passiert, so Frasch weiter: „Sie hat ganz relaxed auf uns gewartet.“ Nachdem die Bergretter angekommen waren, bereiten sie die Pilotin erst einmal von ihrem Schirm. Dies sei keine leichte Arbeit gewesen, „mit den ganzen Schnürren überall“.

Danach seilte die Bergwacht die Frau vom Baum herunter. „Sie war unverletzt und stieg sogar selbst zu Fuß ins Tal nach Wegscheid ab.“ Einen Tag später, am Mittwoch, wurde der Gleitschirm vom Baum geholt.

fra/dwe

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