Drei Stunden Unterhaltung pur

Laientheaterspiel Jachenau glänzt mit Lustspiel „Der Paul in der Krise“

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Das Lustspiel „Der Paul in der Krise“ wurde im Jachenauer Schützenhaus viermal erfolgreich aufgeführt. Im Bild (v.l.) der überraschte Bauer Paul, sein Spezi Alois, die gefrustete Ehefrau Martha und Feriengast Margot. 

Jachenau – Das Laientheaterspiel in der Jachenau lässt sich bis 1920 zurück verfolgen. In der jüngeren Vergangenheit bringt die dortige Theatergruppe jedes Jahr zu Ostern unter der bewährten Regie von Günter Haubner ein lustiges Stück auf die Bühne, das Einheimische und Theaterfreunde aus der näheren Umgebung ins Schützenhaus zieht. Bis zu drei Stunden amüsante Unterhaltung, Lachen und Kurzweil sind da garantiert.

Da macht auch das Ländliche Lustspiel in drei Akten „Der Paul in der Krise“ von Toni Lauerer, das am Ostersonntag und am vergangenen Wochenende insgesamt viermal gespielt wurde, keine Ausnahme. Die Handlung ist schnell erzählt und erinnert Opernkenner ein wenig an „Die Hochzeit des Figaro“, die durch Mozarts Musik unsterblich wurde. Der Graf - hier der Bauer Paul (Hubert Oswald) - hat ein Auge auf die junge Susanna, in dem Fall die Praktikantin Claudia (Michaela Sanktjohanser) - geworfen und behandelt seine Ehegattin Martha (Monika Steinbacher) schlecht, was diese wiederum zu ändern sucht, in dem sie ihren Mann durch ein Techtelmechtel mit einem anderen eifersüchtig machen möchte. Das klappt natürlich im Verlauf von drei Akten, am Schluss liegen sich zwei Paare in den Armen und „Der tolle Tag“ (so die Textvorlage zu Mozarts Oper) nimmt ein friedliches Ende.

Bis dahin ist aber allerhand schauspielerisches Talent gefragt, an dem es den Darstellern in Jachenau nicht zu mangeln scheint. Vor allem das aus Sachsen angereiste Urlauberpaar Margot und Rüdiger Meierlein wird in Dialekt und Auftreten so überzeugend von den einheimischen Schaupielern (Maria Danner und Peter Gilg) dargestellt, dass kein Auge trocken bleibt. Für Lacher und Grinsen sorgen in den kleineren Rollen auch der angeblich „dorate“ Opa (Josef Aschenloher) und Anderl Schandl als schüchterne Hansi. Besonders hervorheben muss man die zu jeder Szene passenden Kostüme der Darsteller, die originellen Requisiten und das liebevoll gestaltete Bühnenbild. Die sprachliche Komik, die der Autor in seinen Dreiakter eingebaut hat, wird leider manchmal ein bisschen zu intensiv ausgekostet, etwas mehr Tempo hätte dem Ganzen gut getan. So dauert es am Freitag über drei Stunden, bis sich die zehn Darsteller zum hochverdienten frenetischen Schlussapplaus verbeugen konnten. Dafür hatte man sich noch einen gelungenen Gag einfallen lassen, da der aus Sachsen stammende pro-forma-Liebhaber mit einem historischen DDR-Shirt anrückte. bo

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