„Landkreis schaut auf seine Schulen“

Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: Verlängerung der Stellen der Jugendsozialarbeiter

Staatliche Realschule Wolfratshausen
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Der Kreis unterhält drei Jugendsozialarbeiterinnen an den hiesigen Realschulen.
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Landkreis – Die Förderung für Schulsozialarbeit an den staatlichen Realschulen Bad Tölz, Geretsried und Wolfratshausen wird um fünf Jahre verlängert.

Nachdem sich bereits der Ausschuss für Jugend und Familie dafür ausgesprochen hatte (wir berichteten), folgte nun auch der Kreisausschuss einstimmig.

Die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte soll junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu beitragen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen. Das die drei Jugendsozialarbeiterinnen an den Landkreis-Realschulen notwendig sind, darüber gab es keine Diskussion. Die Mitglieder des Kreisausschusses sind ebenso überzeugt von dem Hilfsangebot für Jugendliche wie auch das Gremium für Jugend und Familie. Wie berichtet, haben sie bereits einhellig dafür gestimmt.

Förderung gelte nicht für bestehende Stellen

Hier wie da, gab es jedoch einige Kritik: Und die bezog sich beide Male auf eine Klausel der neuen Förderrichtlinie des Freistaats, die besagt: Nur neu geschaffene Jobs für Jugendsozialarbeit an Realschulen werden gefördert. Das Haushaltsrecht des Freistaats Bayern schreibe vor, dass dies für bereits bestehende Stellen nicht gelte, erklärte CSU-Kreisrat und Landtagsabgeordneter, Martin Bachhuber. Dieses Gesetzt zu ändern, „ist fast unmöglich“.

„Jetzt werden wir für unsere Freiwilligkeit bestraft, weil wir vorzeitig angefangen haben“, betonte Landrat Josef Niedermaier (FW). Denn der Landkreis erkannte die Notwendigkeit für Sozialarbeit an Realschulen schon Jahre vorher „als unabdingbar“, bevor der Freistaat diese neben Grund- und Mittelschule als förderfähig eingestuft hat.

Annelies Wiedenbauer-Schmidt (Grüne) konnte nicht glauben, dass es nicht möglich sei, den Förder-Paragraphen dementsprechend anzupassen. Pädagogische Unterstützung würde dem Staat obliegen. „Unseren Lehrern geht es besser, wenn es auch den Kindern besser geht.“

Fülle der Fälle kann momentan nicht einmal abgearbeitet werden

Susanne Merk (FW) schloss sich ihrer Vorrednerin an: „Die Jugendsozialarbeit ist das niederschwelligste Angebot, das wir in diesem Bereich haben.“ Sie betonte weiter: „Momentan kann die Fülle der Fälle nicht einmal abgearbeitet werden.“ Merk appellierte zudem an Bachhuber, sich auf Landesebene für die Landkreise zum Thema Förderung weiter einzusetzen. Jugendsozialarbeit sei die Adresse, „wo wir die Kinder noch am Besten abholen können“. Alles was später passiere: „da ist es eigentlich vorbei“.

„Die Rechtslage hingt der Praxis hinterher“, befand indes Cornelia Irmer (FW). Als erfreulich empfand sie den frühzeitigen Handlungsbedarf des Landkreises für Jugendsozialarbeit an den Schulen. Im Gegensatz zum Freistaat, „der dafür wesentlich länger gebraucht“ hat, „das zu Erkennen und umzusetzen“. Irmer ist es wichtig, ein positives Signal zu betonen: „Der Landkreis schaut auf den Betrieb seiner Schulen, den Kindern und Jugendlichen.“

Niedermaier bestätigte die Aussage und klopfte dem Landkreis verbal auf die Schulter. Während andere Kommunen damals noch über die Notwendigkeit für Jugendsozialarbeit an Grund- und Mittelschulen diskutierte, „da waren wir schon bei den Realschulen.“

Einstimmig bestätigte der Kreisausschuss, die drei halben pädagogischen Stellen für fünf weiter Jahre zu finanzieren. Kosten: 90.000 Euro pro Jahr. Auf Antrag der staatlichen Realschule Geretsried soll dort zudem eine weitere halbe Stelle ab 2022 geschaffen werden. Diese Kosten (12.500 Euro), könnten durch die neuen Richtlinie gefördert werden, falls nicht wieder eine Klausel etwas gegenteiliges besagt.

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