Schutz für Vögel und Insekten

Gehölzfällungen per Naturschutzgesetz bis 30. September verboten

Ein Baumstamm wird mit der Motorsäge abgesägt
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Bis Herbst gilt das Fäll- und Schnittverbot.

Landkreis – Das Landratsamt informiert, dass das Fällen von Bäumen sowie größer Schnittarbeiten an Sträuchern ist seit 1. März verboten.

Seit Montag greift nämlich wieder das jahreszeitliche Verbot von Gehölzfällungen des Bundesnaturschutzgesetzes. Demnach ist es in der Vegetationsperiode bis 30. September verboten, Hecken, lebende Zäune oder Gebüsche abzuschneiden und Bäume, die außerhalb des Waldes und von Hausgärten stehen, zu fällen. Ganzjährig erlaubt sind schonende Form- und Pflegeschnitte oder notwendige Verkehrssicherungsmaßnahmen, die nicht aufzuschieben sind. In privaten Hausgärten dürfen Bäume ebenfalls das ganze Jahr über gefällt werden.

Infokasten


Informationen aus dem Merkblatt zur „Fällung von Gehölzen außerhalb des Waldes“ gibt es online auf www.lra-toelz.de unter Formulare und Merkblätter. Die Broschüre liegt auch bei allen Gemeinde- und Stadtverwaltungen aus. Fragen beantwortet zudem die Untere Naturschutzbehörde unter Tel: 08041/505-325 oder via E-Mail an umwelt@lra-toelz.de.

Achtung: Gehölze, in denen Vögel nisten, dürfen nicht gefällt werden. Möglicherweise stehen im Einzelfall weitere Vorschriften einer Fällung entgegen wie etwa Bebauungspläne, Verordnungen zu Schutzgebieten oder Naturdenkmälern. „Der Grund für diese Regelung im Bundesnaturschutzgesetz liegt in den Aktivitäten der Natur von Frühjahr bis Herbst“, erklärt Landratsamt-Sprecherin Sabine Schmid. Die ersten Weidenkätzchen und die Blüten der Obstbäume seien eine wichtige Nahrung für die Bienen. Oft brüten in den Zweigen viele Singvögel in einer Saison mehrmals hintereinander. Auf den Blättern, Nadeln und Zweigspitzen finden sich zudem Larven der Marienkäfer und auch so manche Schmetterlingsraupe, wie des Schillerfalters, Segelfalters und des Trauermantels. Und in Spalten und Höhlen älterer Bäume leben Bilche, Fledermäuse, Spechte und Meisen, „die hier ihre Jungen großziehen oder sich verstecken“. Es sei wichtig, „dass all diese Vorgänge möglichst ungestört ablaufen können“, betont Schmid weiter. Denn die Zeit der Nahrungssuche, Vermehrung und Jungenaufzucht sei entscheidend für die Erhaltung der Artenvielfalt. dwe

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