1.600 Päckchen für Kinder

Geschenke „mit Herz“ werden mit 13 Lastkraftwagen zu bedürftigen Familien gebracht

188 Päckchen der Aktion „Geschenke mit Herz“ sammelte der Elternbeirat der Grundschule Waldram.
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188 Päckchen der Aktion „Geschenke mit Herz“ sammelte der Elternbeirat der Grundschule Waldram.
  • Franca Winkler
    vonFranca Winkler
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Landkreis/Waldram – Tausende Päckchenpacker und zahlreiche ehrenamtliche Helfer in ganz Bayern zaubern mit der Aktion „Geschenk mit Herz“ bedürftigen Kindern zur Weihnachtszeit ein Lächeln ins Gesicht.

Zum Beispiel an der Grund- und Mittelschule Waldram sind in diesem Jahr 188 Päckchen gesammelt worden.

„Die Familien der Schüler haben in den vergangenen Wochen liebevoll Päckchen mit kleinen Spielsachen, Kuscheltieren, bis hin zu Duschgel, Zahnpasta und warmen Mützen sowie Handschuhen und Schal bestückt,“ berichtet Katja Toppe, Elternbeiratsvorsitzende der Schule in Waldram.

„Geschenk mit Herz“ verbindet Kinder und deren Familien aus Deutschland mit bedürftigen Kindern weltweit. Viele Kinder dieser Welt leben in Armut, Krieg und Ungerechtigkeit ohne jegliche Perspektive und Schutz. Sehr früh werden sie mit Themen und einem Alltag konfrontiert, der sie überfordert und vor existenzielle Probleme stellt. Nur selten dürfen sie einfach nur Kind sein. Die Hilfsorganisation „Humedica“ mit Sitz in Kaufbeuren möchte mit dieser Aktion Letzteres ermöglichen. Ohne die Unterstützung vieler Helfer ist das jedoch gar nicht möglich.

Aktuell werden noch die letzten Päckchen von den 22 Sammelstellen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen abgeholt. Kommunikationsleiter Sebastian Zausch rechnet mit etwa 1.600 Päckchen. Über 100 ehrenamtliche Fahrer holen die Geschenkboxen nach einem komplex ausgeklügelten System ab. „In der Humedica-Lagerhalle in Kaufbeuren schauen weitere ehrenamtliche Helfer noch einmal in jeden einzelnen Karton, da es leider vorkommt, dass nicht jeder Päckchenpacker die Packliste vollständig berücksichtigt,“ erläutert der Sprecher. Fehlende Dinge werden dann ergänzt, damit alle Kinder in Ost- und Südosteuropa gleichwertige Geschenke erhalten. Manchmal müssen auch gut gemeinte zusätzliche Präsente entnommen werden, die nicht der Wunschliste entsprechen. „So haben wir beispielsweise schon in Alkohol eingelegtes Obst aus den Päckchen genommen. Aber auch Bücher oder CDs in deutscher Sprache sind wenig geeignet, weil die Kinder in Rumänien, Albanien, Serbien, Moldawien, der Ukraine und dem Kosovo diese nicht verstehen,“ führt Zausch als Beispiele an. Diese Gegenstände werden dann an Partnerorganisationen wie etwa der Tafel weitergegeben.

Nach der Kontrolle werden die Päckchen per Lkw in die genannten Zielländer geschickt und dort an bedürftige Kinder verteilt. Die Kinder leben in der Regel in struktureller Armut. Häufig gehören sie Minderheiten an, sind Waisen oder krank. Die Päckchen werden meist in der Schule oder dem Kindergarten, aber auch in Gemeindehäusern, Krankenhäusern und manchmal auch direkt bei den Kindern daheim verteilt.

Die Corona-Pandemie hat die Hilfsorganisation an vielen Stellen vor Herausforderungen gestellt. Einerseits bei der Planung der Abholfahrten: Im vergangenen Jahr konnten die Kinder ihre Päckchen häufig selber in den Lkw bringen. Das war heuer so nicht möglich. Aber auch bei der Päckchenkontrolle in den Lagerhallen wurden die Abläufe entsprechend der gesetzlichen Regelungen angepasst. Trotz des Mehraufwandes können nun wieder viele Kinder glücklich gemacht werden. Franca Winkler

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