„Ohne Fachkräfte geht gar nichts“

IHK richtet Fokus auf Ausbildung von Schülern und Studenten sowie mehr Mobilität für Azubis

IHK richtet Fokus auf die Ausbildung von Schülern und Studenten
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IHK richtet Fokus auf die Ausbildung von Schülern und Studenten.

Landkreis – IHK legt in den nächsten eineinhalb Jahren seinen Fokus auf die Ausbildung von jungen Leuten im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Fachkräftemangel und fehlende Wohnmöglichkeiten, die aktuelle Situation für Betriebe im Landkreis ist nicht gerade rosig. Auf der anderen Seite ist die Region attraktiv an Freizeitmöglichkeiten und bietet Arbeitsplätze in über 10.000 Unternehmen. Im Rahmen eines Online-Pressegesprächs stellte die IHK jetzt Aufgaben und Ziele vor, die sich das Gremium für das kommende Jahr 2022 gesetzt hat.

IHK will Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammenbringen

Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen zu bringen, das versucht vor allem die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern (IHK). Bei den Neuwahlen im Frühjahr wurde die Vorstandsvorsitzende der hiesigen Sparkasse, Renate Waßmer, zur Vorsitzenden des Regionalausschusses Bad Tölz-Wolfratshausen und zur Stellvertretenden Vizepräsidentin der IHK gewählt.

Renate Waßmer, ist die neue Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses.

Dabei ist Waßmer im Gremium nicht neu, sie war bereits seit mehreren Jahren im Regionalausschuss als Stellvertretende Vorsitzende und zuvor bei den Wirtschaftsjunioren tätig. Als Sparkassen-Chefin ist sie vor allem für den Bereich Finanzdienstleistung tätig, möchte aber künftig „alle Bereiche“ wie Bauwesen, Gastronomie und Einzelhandel abdecken.

„Bei unserer ersten Sitzung im Oktober haben wir beraten, welchen Themen wir uns in den nächsten eineinhalb Jahren vorwiegend widmen werden“, berichtete Waßmer. Ganz vorne dabei werde der „eklatante Fachkräftemangel“ sein, der nicht nur die Gastronomie betreffe, was gerade die aktuelle Corona-Krise besonders deutlich mache.

„Ohne Fachkräfte geht gar nichts“, betonte auch Robert Obermeier, Chefvolkswirt der IHK in München. Die Schere zwischen der Zahl von Auszubildenden und offenen Stellen geht seiner Meinung nach auch aufgrund der demographischen Entwicklung immer weiter auseinander.

„Um Nachwuchs für den Arbeitsmarkt zu rekrutieren, geht man inzwischen schon in Kindergärten“, sagte Obermeier. Auch in Schulen soll etwa das Interesse für Naturwissenschaften geweckt werden. Die IHK möchte sich auch an Studienabbrecher wenden und mit sogenannten Ausbildungsscouts unentschlossene Abiturienten gewinnen.

Ausbildungskompass des Wirtschaftsforums Oberland hilft

Helfen soll auch der 150 Arbeitgeber umfassende Ausbildungskompass des Wirtschaftsforums Oberland, den es digital und auf Papier gibt. Waßmer möchte in ihrer neuen Funktion auch junge Frauen für den Arbeitsmarkt gewinnen, „die oft Top ausgebildet wieder in den Beruf zurückkehren wollen“. Hierbei sollen Kinderbetreuungsmöglichkeiten helfen.

Vielfach fehlt es im Oberland an bezahlbaren Wohnmöglichkeiten. Hier Abhilfe zu schaffen, ist laut IHK nicht leicht. Da Genehmigungsverfahren dauern und das immer teurer werdende Bauen ebenfalls Zeit benötige. Gespannt ist man bei der IHK, was die neue Bundesregierung in Sachen Wohnungsbau auf den Weg bringen werde.

Job-Tickets und einheitliche Fahrpreise

Auch die Mobilität wurde beim Online-Pressetermin angesprochen. Aktuell geht es, wie Waßmer sagt, um Themen wie Alpenbus, MVV-Erweiterung in den südlichen Landkreisbereich, Job-Tickets und einheitliche Fahrpreise. Sie möchte in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Miesbach ein Netzwerk für Mitfahrgelegenheiten von Azubis ohne eigenen Führerschein oder eigenes Fahrzeug schaffen etwa per Carsharing oder Taxis.

„Wir für Tölz“ widmet sich dem Thema Arbeitskräftemangel

Kontakt will Waßmer auch mit dem Verein „Wir für Tölz“ suchen, der sich ebenfalls dem Thema Arbeitskräftemangel widmen will. Der Mangel auf der einen Seite, ist für die Stellensuchenden ein großer Vorteil. Jedem Azubi stehen bis zu 15 offene Ausbildungsplätze gegenüber, doch müssen beide Seiten auch zusammen finden. Dazu trägt unter anderen die IHK-Geschäftsstelle in Weilheim bei, die im hiesigen Landkreis 10.683 Unternehmen mit 36.700 Beschäftigten vertritt.

Waßmer gab jungen Leuten einen pragmatischen Rat bei ihrer Jobsuche: „Einfach mal anrufen bei einem Betrieb der in Frage komme, dort wird man sicherlich nicht abgewiesen.“ Und auch die Bank und Sparkasse sei attraktiv für den Nachwuchs. „Man kann sich weiter entwickeln und mit einer kaufmännischen Ausbildung kommt man überall unter.“ Karl Bock

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