Mäharbeiten im Moor

Landesbund für Vogelschutz recht mit freiwilligen Helfern Streuwiesen – Helfer für Winter gesucht

Mäharbeiten per Hand
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Aktivitäten des Landesbund für Vogelschutz bei der Biotoppflege: hier mähen Helfer zusammen mit Fachleuten in Moor im Nordlandkreis.

Landkreis – Enzian, Mehlprimel und blauschillernde Schmetterlinge blühen im Alpenvorland auf Moorwiesen. Seit Jahrhunderten werden diese gemäht, um die Einstreu zu nutzen – und die Artenvielfalt der Blumen erhalten bleibt.

Am Samstag hat die Kreisgruppe des Landesbund für Vogelschutz (LBV) zusammen mit zwölf freiwilligen Helfern wieder gemäht. Der LBV betreut rund 100 Hektar Eigentums- und Pachtflächen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Große Flächen liegen im Loisach-Kochelseemoor, aber auch in den Mooren um Egling, Königsdorf und Dietramszell. Im September wurden die Streuwiesen nun wieder gemäht. Auf den großen Flächen übernehmen das für den LBV die Landwirte, die das Mähgut als Einstreu für Rinder nutzen.

Die kleineren Flächen mäht die Kreisgruppe dagegen selbst mit aktiven Helfern. „Ohne Mahd hätte die Mehlprimel Enzian keine Chance. Die Flächen verbuschen langsam und einer der artenreichsten Lebensräume geht verloren“, berichtet Sabine Tappertzhofen, LBV-Geschäftsstellenleiterin der Kreisgruppe.

„Aber auch bodenbrütende Vogelarten, wie etwa der Baumpieper profitieren von der Mahd“, so Tappertzhofen weiter. Ganz anders als sein Name sagt, brütet der Baumpieper am Boden unter niederliegendem Gras. Gerne nutzt er einzeln stehende Bäume, um seine Singflüge zur Brutzeit durchzuführen. Nach der Mahd ist die Arbeit jedoch noch längst nicht erledigt. Die Streu wird bei trockener Wetterlage zum Teil händisch gerecht, gewendet, manchmal auch auf sogenannten Hoanzen zum Trocknen aufgerichtet und schließlich abtransportiert. Seit diesem Jahr hat der LBV Unterstützung durch einen Heuwender, der aber nicht auf allen Flächen zum Einsatz kommen kann.

Einige Arbeiten wurden jetzt wieder an. So mähten am Samstag zwölf Helfer zusammen mit dem LBV im Nordlandkreis. „Es war eine schöne Aktion“, bilanzierte Tappertzhofen über die gemeinsame Arbeit. Während es hauptsächlich bekannte Gesichter waren, die zur Sense und Rechen griffen, kamen auch vier neue Helfer dazu, die über die Presse von der Mähaktion erfahren haben und sich dieser nun angeschlossen haben.

Insgesamt waren sie damit rund vier Stunden beschäftigt. Aber die Hellfer müssten nicht die ganze Zeit anwesend sein, erklärt Tappertzhofe, und weiter: „Jeder arbeitet soviel er kann und mag.“ Auch im Winter stehen Holzarbeiten im Wald an, für die der LBV wieder Ehrenamtliche sucht. Wer praktisch bei dieser Naturschutzarbeit mithelfen möchte, meldet sich in der Geschäftsstelle unter Tel: 08171/273 03 oder per E-Mail an toelz@lbv.de. dwe

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