Weißstörche frieren nicht

LBV meldet rund 300 überwinternde Weißstörche in Bayern

Weißstörche nehmen auch ungünstige Witterungen in Kauf, um sich gute Brutplätze zu sichern.
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Weißstörche nehmen auch ungünstige Witterungen in Kauf, um sich gute Brutplätze zu sichern.

Region – Der erneute Wintereinbruch mit starkem Schneefall hatte Bayern fest im Griff doch für Störche ist das unproblematisch.

Den Landesbund für Vogelschutz (LBV) erreichten deshalb zahlreichen Anrufe von Menschen, die sich Sorgen machten, dass Schnee und Kälte für viele Vögel und gerade für Störche problematisch sein könnten.

Hier kann der LBV Entwarnung geben: „Die großen Vögel sind durch ihr relativ dickes Gefieder gut geschützt und kommen gut ein bis zwei Wochen mit wenig oder sogar ganz ohne Nahrung aus“, erklärt die LBV-Weißstorch-Expertin Oda Wieding. „Zusätzlich zu den uns langjährig bekannten ‚Winterstörchen‘ wurden dem LBV aktuell auch neue Beobachtungen von ersten Rückkehrern aus dem Winterquartier gemeldet.

Kleinere Vogelarten wie Blaumeise, Haussperling und Rotkehlchen sind stärker von den eisigen Temperaturen betroffen. Für diese Vögel kann eine gut gefüllte Futterstelle im Garten die ideale Unterstützung sein, um neue Energie zu tanken.

Mit Beginn der winterlichen Witterung haben viele Menschen Bedenken, ob Störche mit Kälte und Schnee zurechtkommen. „Die tatsächlich hierbleibenden Störche finden genug Nahrung wie Mäuse und kleine Fische“, sagt die LBV-Expertin. Ähnlich wie die Weißstörche in den südlichen Winterquartieren suchen Vögel auch Müllkippen und Kompostanlagen mit Mäusen auf. Hierzu nehmen sie auch Strecken von bis zu 30 Kilometern in Kauf, da sie im Winter kein Nest und Revier verteidigen müssen. „Und wenn es doch Minusgrade gibt, haben Vögel ihre Daunenjacke bereits an und legen sich nachts zum Beine wärmen auch mal hin“, erklärt Wieding weiter.

Neben den rund 300 schon seit Jahren in Bayern überwinternden Störchen werden in den vergangenen Tagen bereits mehrere vorzeitig zurückgekehrte Störche etwa aus Spanien gemeldet. „Diese nehmen auf den Rückflug die zunehmend ungünstiger werdende Witterung in Kauf, um sich in Bayern rechtzeitig die besten Brutplätze zu sichern“, sagt die LBV-Expertin.

Anders als die großen Vögel wie Weißstörche „brauchen unsere kleinen Singvögel mit weniger Körpervolumen jeden Tag Futter“, sagt Wieding. Wer eine Futterstelle im Garten betreibe, sollte diese jetzt kontinuierlich füllen. Ansonsten koste ein vergeblicher Anflug Vogelarten wie Meisen, Sperlingen oder Finken nur unnötig Kraft. Informationen zur Vogelfütterung gibt es online auf www.lbv.de/fuettern“. fra

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