Kriminalstatistik der Polizei

2021 gab es im Landkreis 5,1 Prozent mehr Gewaltstraftaten als in 2020

Polizeiwagen im Einsatz
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Straftaten haben in 2021 zugenommen
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Landkreis – Der jüngst veröffentlichte Sicherheitsbericht des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd weist eine erfreuliche, aber auch negative Bilanz aus: Während die Zahl von Straftaten im gesamten Bezirk gefallen ist, stieg aber die Zahl an Gewaltdelikten.

Dass Polizeieinsätze auch im ländlichen Raum nicht ungefährlich sind, zeigte vergangene Woche ein Fall in Polling im Nachbarkreis Weilheim-Schongau. Am Montagnachmittag (14. März) feuerte dort ein 35-jähriger Mann in einem Wohnhaus im Bereich Prälat-Töpsl-Straße/Steinbruchstraße mehrere Schüsse ab – auch ins Freie. Rund 170 Einsatzkräfte der Polizei und des Spezialeinsatzkommandos (SEK) aus München rückten dorthin aus. Als sich das SEK Zugang zum Haus verschaffte, schoss der psychisch auffällig gewordene Mann auch Richtung Einsatzkräfte. Die Polizisten blieben dabei unverletzt und konnten den Mann festnehmen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Polizeipräsident Manfred Hauser

In der aktuellen Statistik ist der geschilderte Fall freilich noch nicht erhoben, da sich diese auf das Jahr 2021 bezieht. Auffällig ist hierbei, dass die Anzahl an Gewaltstraftaten im vergangenen Jahr in der Region um 5,1 Prozent auf 1.562 Fälle (2020: 1.486) angestiegen ist. „Wir beobachten diese Entwicklung mit einem besonderen Augenmerk“, berichtete Polizeipräsident Manfred Hauser jüngst beim Sicherheitsbericht im Polizeipräsidium Rosenheim.

Auf der anderen Seite ging im gesamten Zuständigkeitsbereich des Präsidiums, das neun Landkreise umfasst, die Zahl der registrierten Straftaten im Jahr 2021 auf 51.060 Fälle zurück – das sind rund 3.000 weniger als im Vorjahr. „Ein historischer Tiefststand“, den Polizeipräsident Hauser auch auf die Corona-Pandemie „mit ihren Begleitumständen“ wie Lockdowns zurückführt. Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen ist die Anzahl an Straftaten von 4.580 auf 4.005 gefallen.

Polizei registrierte über 500 gefälschte Impfpässe

Corona bestimmte viele der Herausforderungen des Polizeipräsidium Oberbayern Süd: „Zeitweise war die Überwachung der geltenden Infektionsschutzmaßnahmen unsere vordringlichste Aufgabe“, betont Hauser. „So hat uns in diesem Zusammenhang die enorme Zunahme der Versammlungslagen gefordert.“ Deren Anzahl habe sich im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Außerdem beschäftigte die Polizei das neue Phänomen „gefälschte Impfpässe“. In den meisten Fällen besorgten sich Menschen, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollten, einen Ausweis mit gefälschten Eintragungen und Chargenaufklebern. Das Präsidium registrierte davon über 500 Stück.

Rückläufig im gesamten Einsatzbereich war dagegen die Rauschgiftkriminalität um 720 Fälle auf 4.275 sowie Wohnungseinbruchsdiebstähle. Sie sank im Vergleich zum Vorjahr (279) um 86 auf nun 193 Taten.

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