Unverzichtbar

Reinigungskräfte fürchten um Lohn-Plus

Doppelbelastung für Reinigungskräfte in Krankenhäusern
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Doppelbelastung für Reinigungskräfte in Krankenhäusern während der Pandemie.

Landkreis – Sie halten Krankenhäuser und Pflegeheime sauber, desinfizieren Schulen und Büros: Die rund 290 Reinigungskräfte im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen haben durch die Corona-Pandemie viel zu tun. Trotz gestiegener Belastungen könnte ihnen eine spürbare Lohnerhöhung verwehrt bleiben, warnt die IG Bauen-Agrar-Umwelt.

Der Grund laut IG Bau: In der laufenden Tarifrunde für das Gebäudereiniger-Handwerk haben die Arbeitgeber bislang „kein akzeptables Angebot“ vorgelegt, so die Gewerkschaft. „Wenn nun die Infektionszahlen wieder steigen, setzen sich gerade auch Reinigungskräfte einer erhöhten Ansteckungsgefahr aus. Ihre Arbeit ist dabei unverzichtbar“, sagt Michael Müller, Bezirksvorsitzender der IG Bau Oberbayern. Für ihren Einsatz hätten sie mehr Anerkennung verdient. Geht es jedoch nach den Arbeitgebern, soll der Einstiegsverdienst von derzeit 10,80 Euro pro Stunde ab kommendem Jahr um lediglich 20 Cent auf elf Euro angehoben werden.

Die Gewerkschaft fordert ein Plus von 1,20 Euro pro Stunde in allen Lohngruppen. Außerdem soll es erstmals ein verpflichtendes Weihnachtsgeld in der Gebäudereinigung geben. „Nur wenn die Einkommen deutlich steigen, können vor allem die vielen Frauen, die meist in Teilzeit arbeiten, der Armutsfalle entgehen“, so Müller.

Nach einer Studie der Ruhr-Universität Bochum im Auftrag des Reinigungsunternehmens Piepenbrock verdient ein Großteil der Beschäftigten der Branche unterhalb der amtlichen Niedriglohnschwelle. Demnach müssen knapp 14 Prozent aller Minijobber und elf Prozent aller Teilzeitbeschäftigten ihr Einkommen durch Hartz-IV aufstocken.

Die Tarifverhandlungen zwischen IG BAU und Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks gehen am 3. November in Köln weiter. Es ist die vierte Runde. Müller: „Die Unternehmen sollten jetzt ein solides Lohn-Angebot vorlegen. Ein wachsender Unmut unter Reinigungskräften ist kein guter Begleiter in der Corona-Krise.“ dwe

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