Spatz ist der gefiederte Star

„Stunde der Wintervogel“: 40.000 Teilnehmer zählen im Garten

Der Haussperling wurde am häufigsten gesichtet.
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Der Haussperling wurde am häufigsten gesichtet.

Region – Bereits zum dritten Mal in Folge erobert der Haussperling in Bayern Platz 1 bei der „Stunde der Wintervögel“ von LBV und Naturschutzbund Deutschland.

Insgesamt haben über 40.000 bayerische Teilnehmer aus ihren Gärten knapp eine Million Vögel dem LBV gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr beteiligten sich im Freistaat über 13.000 Naturfreunde mehr.

„Diese Rekordbeteiligung ist mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Lockdown zurückzuführen, da die Menschen mehr Zeit zuhause verbringen und den Vögeln vor ihrer Haustüre mehr Aufmerksamkeit schenken“, sagt Annika Lange, Vogelexpertin beim Landesbund für Vogelschutz (LBV). Im Schnitt wurden dieses Jahr allerdings nur 32 Vögel pro Garten beobachtet und somit so wenige wie noch nie in den 16 Jahren der Mitmachaktion.

„Solche temporären Rückgänge müssen nicht gleich als Alarmsignal gesehen werden. Gerade wenn so viele Arten tendenziell eher ausbleiben, deutet das auf übergeordnete Ursachen hin wie eine gute Verfügbarkeit von Nahrung in der Natur“, sagt Lange.

Auf das Spitzentrio aus Haussperling (173.076 Zählungen), Feldsperling (134.199) und Kohlmeise (105.489) folgen Amsel (92.664) und Blaumeise (73.971). „Seit sieben Jahren hat es keine andere Art geschafft, eine der fünf Top-Platzierungen einzunehmen“, betont Lange.

Und wie geht es der Blaumeise? Im vergangenen Frühling war in weiten Teilen Deutschlands eine vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Epidemie aufgetreten, der Tausende Vögel dieser Art zum Opfer fielen. Bei der „Stunde der Gartenvögel“ im Mai 2020 meldeten die Teilnehmer auch in Bayern 22 Prozent weniger Blaumeisen als im Vorjahr. Lange sagt: „Ein Grund zur Sorge wegen des Bakteriums besteht aber nicht.“ Die geringere gemeldete Anzahl dieser Vogelarten könne stattdessen auf eine gute Verfügbarkeit von Nahrung in der Natur zurückzuführen sein. „Die Vögel sind dadurch vorübergehend weniger auf Unterstützung durch unsere Gärten angewiesen und kommen deshalb seltener an unsere Futterstellen“, erklärt die LBV-Biologin. „Möglich ist, dass Arten wie die Kohlmeise aus Brutgebieten in Nord- und Osteuropa weniger bei uns überwintern, weil sie dort immer noch gute Bedingungen vorfinden.“ fra

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