Landkreis befürwortet neue Buslinie zwischen Wolfratshausen und Deisenhofen

Teuer, aber notwendig

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Ab 2018 soll es eine neue Buslinie zwischen Wolfratshausen und Deisenhofen geben.

Landkreis/Wolfratshausen – Pendler dürften aufhorchen: Der Landkreis sorgt mit einer neuen Busverbindung für einen landkreisübergreifenden Ringschluss zwischen Wolfratshausen und ­Deisenhofen – und damit zwischen der S 7 und der S 3 (Deisenhofen-Ostbahnhof).

Der Ausschuss für Umwelt und Infrastruktur des Kreistags stimmte mit großer Mehrheit für diese „MVV Regionalbuslinie 320“, so der Arbeitstitel. Die scheint dem Gremium lieb und teuer zu sein: Denn der Landkreis muss dafür Kosten in Höhe von 330.000 Euro pro Jahr (ab 2018 bis 2025) stemmen.

Aufgrund einer nun notwendigen europaweiten Ausschreibung wird die Linie frühestens zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 realisierbar. Die Kreispolitik erhofft sich davon ein interessantes Angebot für Pendler. Die haben zwar bislang mit den Linien 377 (Bad Tölz-Egling-Wolfratshausen), 375 (Endlhausen-Egling-Wolfratshausen) und 381 (Geretsried-Dietramszell-Deisenhofen) die Möglichkeit eines adäquaten Anschlusses – aber bei weitem nicht so direkt und komfortabel wie dann mit der neuen direkten Buslinie 320. Im Ausschuss kam schließlich die Frage auf, ob nicht – wie sonst auch üblich – ein zweijähriger Probebetrieb möglich wäre. Was Johann Kunz, am Tölzer Landratsamt für den Öffentlichen Personennahverkehr zuständig, verneinte. Es handele sich schließlich nicht um einen zusätzlichen Kurs, sondern um eine ganz neue Buslinie. Und die müsste eben ausgeschrieben werden und eine entsprechende Laufzeit haben, da die Busbetreiber, die sich darauf bewerben würden, auch wirtschaftlich kalkulieren müssten.

Den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen trifft anteilig an dem Streckenverlauf 66 Prozent der Kosten. Der Rest entfällt auf den Landkreis München. CSU-Kreisrat Gerhard Hasreiter stellte zwar nicht die Sinnhaftigkeit der neuen Buslinie in Frage, wohl aber scheut er die hohen Kosten in Höhe von jährlich 330.000 Euro. „Denn das ist immerhin ein Fünftel unseres ÖPNV-Budgets.“ Deshalb stimmte er am Ende auch gegen das Vorhaben. Initiiert hatte die neue Buslinie übrigens ein gemeinsamer Antrag der Gemeinden Egling und Oberhaching. Nun müssen noch Kreisausschuss und Kreistag ihr Einverständnis erteilen, um die Ausschreibung auf den Weg zu bringen.    tka

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