Zuschüsse für denkmalpflegerische Maßnahmen abermals gestrichen

Denkmalpflege ohne Kreis

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Vom Landkreis gibt es für denkmalpflegerische Maßnahmen – wie etwa an der Tölzer Marktstraße – keine finanzielle Unterstützung.

Landkreis – Der Landkreis vergibt keine Zuschüsse mehr für denkmalpflegerische Maßnahmen.

Der Kreis-Kulturausschuss lehnte mit großer Mehrheit eine Mittelvergabe ab, auch weil es diese 2011 und 2012 nicht gab. Das Gremium befürchtete nun eine Ungleichbehandlung für den Fall, wenn man jetzt wieder Zuschüsse zahlen würde. Landrat Josef Niedermaier (FW) ist selbst Eigentümer eines Gebäudes, das unter Denkmalschutz steht. Und er bekannte: „Ich sehe die Bezuschussung zwiegespalten.“ Die Subventionierung sei eher eine moralische Anerkennung gegenüber Gebäudeeigentümern, die sich für den Erhalt alter Bausubstanz einsetzten. Doch die ausbezahlte Förderung „macht das Kraut nicht fett“, sagte Niedermaier aus eigener Erfahrung. „Da müsste schon noch eine Null hinter den ausbezahlten Beträgen stehen“, ergänzte er. Das Problem der Landkreis-Förderung sei der gefahrene Zick-Zack-Kurs. Rudolf Heisler betreut das Thema am Landratsamt. Er erläutere, dass es an Maßnahmen, die gefördert werden könnten, nicht mangele. „Das Geld ist in der Regel immer schnell weg“, sagte er. Wenn denn Mittel im Haushalt bereit gestellt sind. Doch genau darüber hatte der Ausschuss für Schulen und Kultur nun zu beraten. Als schwierig befand SPD-Kreisrätin Sophie Meier die Situation. Gewähre man Zuschüsse, schaffe man Bezugsfälle, warnte sie. Sie sprach sich dafür aus, lieber eine klare Linie zu fahren. Was auch Heiko Arndt (CSU) so sah: „Wir sollten den Zuschuss nicht wieder einführen“, sagte er. Er hatte da bereits von Landratsamtssprecher Hans-Ulrich Menrad erfahren, dass es die Ungleichbehandlung im Landkreis bereits seit rund 25 Jahren gebe, seither werde eben von Jahr zu Jahr neu entschieden. Einzig Lucia Schmidt (Grüne) stimmte für die Förderung. Alle anderen im Gremium lehnten die Bezuschussung für denkmalpflegerische Maßnahmen ab.

Thomas Kapfer-Arrington

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