Bitte umsteigen

Landkreis will den Öffentlichen Nahverkehr per Expressbusse stärken

+
Der Landkreis profitiert von einer weiteren Buslinie: Mit dem Alpenbus soll eine zusätzliche Querverbindung von Rosenheim in den Landkreis Weilheim-Schongau geschaffen werden.

Bad Tölz/Landkreis – Immer wieder wird geklagt, dass das Busnetz nicht attraktiv genug ist, um Pendler und sonstige Autofahrer zum Umsteigen zu bewegen. Um den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu stärken, hat der Kreistag im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen deshalb in seiner Sitzung am Dienstag der Einführung zweier neuer Expressbuslinien zugestimmt.

Dafür muss der Landkreis tief in die Tasche greifen: 4,5 Millionen Euro werden ihn die beiden Linien in den ersten fünf Jahren voraussichtlich kosten. Start soll zum Fahrplanwechsel Ende 2021 sein. Ausgangspunkt ist, dass der Freistaat Bayern plant, die Mobilität im Land zu verbessern. Deshalb wurde ein Netz von landesbedeutsamen Buslinien erstellt, die (wesentlich teurere) Schienenverbindungen ersetzen sollen. Zwei Expressbuslinien betreffen auch den hiesigen Landkreis: die Verbindungen X 970 Bad Tölz-Geretsried-Wolfratshausen-Starnberg (Bahnhof) und die Linie X 320 Wolfratshausen-Egling-Oberhaching (S-Bahnhof Deisenhofen).

Letztere ist Teil der Ringbuslinie rund um München, die die fehlende Querverbindung schaffen soll. Vorgesehen ist von Montag bis Samstag von 6 bis 22 Uhr ein 20-Minuten-Takt. An Sonn- und Feiertagen fahren die Busse im 60-Minuten-Takt.

Der Takt sei unter der Woche deshalb so dicht gewählt, sagte Matthias Schmid, zuständig für den ÖPNV im Landkreis, da der Freistaat fordere, die Busse an den Takt der S-Bahn zu koppeln. „Wenn wir wollen, dass die Bürger umsteigen, müssen wir mit einem attraktiven Angebot kommen.“ Angesichts der Kosten für die insgesamt 49 Busse auf beiden Expresslinien hatte CSU-Fraktionschef Martin Bachhuber Bauchschmerzen. Er fragte nach, ob ein durchgehender 20-Minuten-Takt tatsächlich sinnvoll sei. Das wurde von Landrat Josef Niedermaier bejaht. Der Takt sei gesetzt. Für die beiden Linien übernimmt der Kreis die auf seinem Gebiet anfallenden sowie nicht durch den Freistaat abgedeckten Kosten. Insgesamt werden in den fünf Jahren 4,5 Millionen Euro veranschlagt.

Aus München gebe es die Zusage, die Linien dauerhaft zu fördern, so Matthias Schmid. Bis die Expressbusse von den Bürgern angenommen würden, müsse man mit einem Zeitraum von drei Jahren rechnen. Kreisrat Werner Weindl (CSU) missfiel, dass das Thema Verkehrs- und Mobilitätswende scheibchenweise in den Gremien behandelt werde. Kreis- und Umweltausschuss sowie der Kreistag votierten gegen die Stimme von Weindl, der die Ausschreibung der beiden Expressbuslinien für vorerst fünf Jahre befürwortet – vorbehaltlich der Zustimmung der anderen MVV-Verbundlandkreise (München, Dachau, Fürstenfeldbruck und Starnberg). Der Landkreis profitiert von einer weiteren geplanten Buslinie, dem sogenannten Alpenbus. Einer Querverbindung von Rosenheim in den Landkreis Weilheim-Schongau. Einstimmig beschlossen die Kreisräte einer Grundlagenstudie zur MVV-Verbundraumerweiterung: Acht Landkreise und zwei kreisfreie Städte wollen ebenfalls dem Münchner Verkehrs Verbund beitreten. Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gehört nur zum Teil zum MVV-Tarifverbund, der Süden ist hiervon ausgenommen. bo

Auch interessant

Meistgelesen

Kurzzeitpflege – daheim!
Kurzzeitpflege – daheim!
Eurasburgerin verursacht Kettenreaktion
Eurasburgerin verursacht Kettenreaktion
Baugenossenschaft berichtet über Finanzen und positive Verhandlungen
Baugenossenschaft berichtet über Finanzen und positive Verhandlungen
Gerhard Meinl und Prof. Dr. Detlev Ringer kandidieren nicht mehr
Gerhard Meinl und Prof. Dr. Detlev Ringer kandidieren nicht mehr

Kommentare