„Alleine stemmen wir das nicht“

Landrat Josef Niedermaier hofft auf hohe Förderung beim Alpenbus

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Bevor der Alpenbus zwischen Rosenheim und Weilheim fährt, starten schon einmal die Expressbuslinien Wolfratshausen-Egling-Oberhaching (X320) sowie die von Bad Tölz-Geretsried-Wolfratshausen-Starnberg (X970).

Landkreis – Große Hoffnung setzt Landrat Josef Niedermaier auf die geplanten Expressbusverbindungen, die im MVV-Verbundraum helfen sollen, landesbedeutsame Buslinien zu stärken. So die Linie Wolfratshausen-Egling-Oberhaching (X320) sowie die von Bad Tölz-Geretsried-Wolfratshausen-Starnberg (X970). Und noch eine Buslinie erwartet er mit Hochspannung, wie er im Kreisumweltausschuss klar machte: Den Alpenbus.

Diese Ost-West-Alpenverbindung, die in etwa entlang der Bundesstraße B472 fahren soll, sieht Niedermaier aber noch nicht in trocknen Tüchern, wie man aus seiner Wortmeldung heraushören konnte. „Da müssen wir Druck machen, damit der Corona nicht zum Opfer fällt“, sagte der Landrat. Der Alpenbus müsse jedenfalls pünktlich kommen, sagte er über das von Ministerpräsident Markus Söder ins Leben gerufene ÖPNV-Projekt. Und da ist Eile geboten, denn bei der Busverbindung gebe es noch jede Menge Abstimmungsbedarf. So wäre eine eigene Fahrspur ideal, damit die Busse an normalen Pkw vorbeifahren können. Auch eine vom Bus aus zu steuernde Grün-Phase an Ampeln wäre erstrebenswert, „das geht in Bayern aber noch nicht“, erklärte Niedermaier. Immerhin, die beiden Expressbuslinien X320 und X970 befänden sich beide bereits in der Ausschreibung, erklärte Matthias Schmid, im Landratsamt für den ÖPNV zuständig. Er verwies auch auf die Taktung: vorgesehen ist von Montag bis Samstag von etwa 6 bis 22 Uhr ein 20-Minuten-Takt. An Sonn- und Feiertagen fahren die Busse im 60-Minuten-Takt. „So wären die Linien eine echte Alternative zum Auto“, sagte Schmid. Und das ist die Intention des Freistaates, der bei diesen Linien eine entsprechende Taktung vorgibt. Das kann er auch deshalb, weil er anfänglich 60 Prozent der Kosten fördert, später dann immerhin noch die Hälfte mitträgt. Apropos Kosten: alleine diese beiden Expresslinien dürften zunächst in den ersten fünf Jahren ein Betriebskostendefizit in Höhe von 4,5 Millionen Euro einfahren, vermutet Schmid.

Während die beiden Expressbuslinien schon 2021/22 losfahren, geht Schmid beim Alpenbus davon aus, dass er frühestens zum Fahrplanwechsel 2022/23 an den Start gehen kann. Da er im MVV-Tarif fahren soll, kostet dieses Tarifsystem auch die Landkreise einiges an Geld: „Etwa 100.000 Euro Mehrkosten“, erwartet der Landrat. Auf die Förderung sei er schon mal sehr gespannt, „denn alleine stemmen wir das alles nicht.“ Thomas Kapfer-Arrington

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