Lieferfrust weicht Hoffnung auf mehr

Landrat Josef Niedermaier ist guter Dinge: 1.000 Impfungen pro Tag für zweites Quartal im Landkreis geplant

Ein Patient bekommt eine Impfung
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Corona-Impfung: Lieferfrust weicht Hoffnung auf mehr

Bad Tölz/Landkreis – Seit Freitag können in den beiden Landkreis-Impfzentren Bad Tölz und Wolfratshausen wieder Termine für Erstimpfungen vergeben werden.

Den Impfzentren stehen für die nächsten Tage Impfdosen der planmäßigen Impfstofflieferungen von AstraZenaca, Biontech und Moderna für Erstimpfungen zur Verfügung.

„Weitere Lieferungen werden in der kommenden Woche erfolgen“, berichtet Landratsamt-Sprecherin Sabine Schmid. Die bereits gelieferten Dosen des Biontech-Impfstoffs seien ausschließlich für anstehende Zweitimpfungen vorgesehen.

Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Landrat Josef Niedermaier sind sich einig, dass bedingt durch die Lieferungen des Bundes derzeit bayernweit zu wenig Impfstoff für eine rasche Versorgung der Bevölkerung zur Verfügung steht. Die dabei den Impfzentren im Landkreis zustehenden Mengen wurden und werden bei der Verteilung durch den Freistaat Bayern vollumfänglich und zuverlässig berücksichtigt.

Klar ist dabei: „Für die Impfstoffbeschaffung ist das Bundesministerium für Gesundheit zuständig“, erklärt Schmid weiter. Bayern habe eine vorausschauende Logistik entwickelt, um den vom Bund erhaltenen Impfstoff schnellstmöglich an die Impfzentren und Krankenhäuser auszuliefern. In Bayern wurden von den bislang erhaltenen rund 1,6 Millionen Impfdosen aller Hersteller bis Ende dieser Woche insgesamt über 1,49 Millionen, also über 93 Prozent, an die Impfzentren und Krankenhäuser ausgeliefert. Ziel sei stets, schnellstmöglich vielen Menschen ein Impfangebot mit dem verfügbaren Impfstoff anbieten zu können. Die dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in der vergangenen Woche gelieferten 2.634 Impfdosen aller verfügbaren Hersteller, „wurden dort bereits restlos priorisierten Personen verabreicht“.

Die Verteilung auf die Landkreise und kreisfreien Städte richtet sich nach einem Bevölkerungsschlüssel sowie dem an die Koordinatoren der Bezirksregierungen gemeldeten Bedarfe: Die eingehenden Impfstoffe werden durch die Koordinierungsstelle Impfstoff grundsätzlich nach Bevölkerungsproporz den einzelnen Regierungsbezirken zugewiesen. Die Koordinatoren an den Regierungen übernehmen die jeweilige Zuteilung für die Impfzentren. Dadurch lassen sich regionale Gegebenheiten, wie beispielsweise das Vorhandensein von besonders vielen Pflegeeinrichtungen, in einem Landkreis berücksichtigen. Grundlage ist allerdings auch hier der jeweilige Bevölkerungsproporz.

Der Landrat ist frustriert über die immer noch geringe Menge an Impfstoff die derzeit im Freistaat Bayern zur Verfügung steht. „Solche Engpässe, wie wir sie jetzt im Landkreis erleben, müsste es nicht geben.“ Der Impfstoff sollte flexibler an die Landkreise verteilt werden.

Landrat Josef Niedermaier

Für das zweite Quartal hat die Staatsregierung große Mengen an Impfstoff angekündigt. Sie werden bereits sehnlichst erwartet. Niedermaier sagt: „Auch wenn es uns allen schwer fällt, müssen wir uns noch einige Wochen in Geduld üben.“ Der Landkreis bereitet sich indes vor und baut seine Kapazitäten in den beiden Impfzentren weiter aus. Sobald genug Impfstoff verfügbar ist, sei das Ziel des Landkreises – „bis zu 1.000 Impfungen pro Tag“. dwe

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