Landrat: Stichwahl entscheidet

Amtsinhaber Josef Niedermaier und Herausforderer Anton Demmel treten an

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Zwei Kandidaten für ein Amt: Josef Niedermaier (l.) und Anton Demmel.

Landkreis – Josef Niedermaier (Freie Wähler) und Anton Demmel (CSU) müssen in die Stichwahl. Amtsinhaber Niedermaier erreichte 42,83 Prozent (25.497 Stimmen), Herausforderer Demmel brachte es auf 30,23 Prozent (17.997 Stimmen).

Dass es auf eine Stichwahl heraus läuft, war dem amtierenden Landrat Josef Niedermaier klar. Aber er sei „sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, sagte er am Tag nach der Wahl. Da war er in Sachen „Coronavirus“ gerade auf dem Weg zu einer Besprechung bei der Regierung von Oberbayern. Und die Pandemie bestimmte auch weite Teile seines persönlichen Wahlabends. So habe er auch erst am späten Montagvormittag erfahren, dass seine Frau den Sprung in den Tölzer Stadtrat geschafft hat.

Keine Stichwahl: 42-Jähriger CSU-Kandidat wird neuer Tölzer Bürgermeister

Die Freude über seinen Wahlerfolg konnte Ingo Mehner, der neu gewählte Bürgermeister von Bad Tölz mit seiner Frau Stephanie feiern. © Arndt Pröhl
Endergebnis Bürgermeisterwahl Bad Tölz, Ingo Mehner, Michael Lindmair, Franz Mayer-Schwendner und Michael Ernst. © Arndt Pröhl
Gewählt im ersten Wahlgang ist Dr. Ingo Mehner, CSU. © Stadt
Ergebnis Stadtratswahl. © Stadt

Die nächsten zwei Wochen dürften recht überschaubar bleiben, „denn Wahlkampf können wir in diesen von Corona bestimmten Zeiten nicht wirklich betreiben“. Auch hier herrscht Einigkeit mit Anton Demmel, der süffisant anmerkt: „Hausbesuche wird es nicht geben.“ Bleibt abzuwarten, wie die Wähler von Grünen und der SPD bei der Stichwahl votieren. Und die haben vor zwölf Jahren Josef Niedermaier ins Amt gehievt. Er geht also schon davon aus, dass es auch nun Unterstützung aus diesen beiden Lagern geben könnte.

Doch ökologische Themen wären bei Demmel besser aufgehoben, meint eben dieser beim Reaktionsbesuch. Der passionierte Fischer und Jäger kommt selbst aus der Landwirtschaft und moniert insbesondere die Klimaschutzpolitik, wie sie Niedermaier in den vergangenen Jahren betrieben hat. „Da ist nicht viel passiert.“

Über sein Ergebnis ist Demmel stolz: Sein Ziel waren 15.000 Stimmen, erreicht hat er diese, und sogar knapp 3.000 mehr davon. Überrascht hat den Königsdorfer, dass sein Konkurrent Niedermaier „so weit oben“ gelandet ist. Seiner Meinung nach, ist das dem „Amtsbonus“ geschuldet: „der haut rein“. Zufrieden ist Demmel mit dem Ergebnis auf der Kreistagsliste. Insbesondere in seiner Heimatgemeinde Königsdorf und im benachbarten Geretsried „habe ich gewonnen“, also gut abgeschnitten. Dort kennen die Bürger eben Demmel gut.

Bei der Stichwahl in zwei Wochen werden dann die „Karten neu gemischt“, erklärt Demmel, der die beiden Wochen bis dahin etwas ruhiger angehen will: Gerade in Zeiten von Corona werde der „kleine“ Wahlkampf über die sozialen Medien ausgetragen. Aber: „Inhaltlich ist alles gesagt“, betont er. „Man muss sich nicht mehr neu erfinden.“

Überrascht über den Wahlausgang der Grünen waren übrigens beide Landratsamtskandidaten: Niedermaier hätte dem Kandidaten Klaus Koch bei 20 Prozent eingestuft. Demmel habe sogar mit einer Stichwahl für die Grünen gerechnet.tka/dwe

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