„Quelle“ steht still

Landratsamt lässt Umbauarbeiten an Wackersberger Wirtschaft einstellen

Derzeit ruhen die Arbeiten an der ehemaligen Quellenwirtschaft
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Derzeit ruhen die Arbeiten an der ehemaligen Quellenwirtschaft. Es wurden Teile abgerissen, die nicht genehmigt waren.
  • Viktoria Gray
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Wackersberg – Es ist ein geschichtsträchtiges Gebäude, das derzeit umgebaut wird. Weil dabei aber offenbar zu viel von der alten Bausubstanz entfernt wurde, stellte das Landratsamt die Umbauarbeiten ein.

Die Rede ist von der ehemaligen Quellenwirtschaft, kurz „Quelle“, auf der kleinen Straße zwischen Steinsäge und der Ortschaft Wackersberg gelegen. Es ist in den 1950er-Jahren entstanden und vor allem bei Volksmusikfreunden bekannt geworden. Dort spielte nämlich der Wirt Klee Toni 25 Jahre lang mit seiner Zither und zusammen mit renommierten Volksmusikern auf und viele kamen in das abgelegene Gasthaus, um ihnen zuzuhören oder selbst zu musizieren. Prominentester Gast war wohl Bundespräsident Richard von Weizsäcker (1920-2015), der lange in Wackersberg einen Zweitwohnsitz hatte.

Doch die Geschichte des am Osthang des Blombergs gelegenen Gebäudes ist weit älter, bereits 1856 wurde die Sauersberg-Quelle entdeckt, die schließlich den Ruf des Jodbades Tölz begründete. Kam das „saure“ Wasser doch in der Tölzer Wandelhalle zum Ausschank, um allerhand Leiden zu lindern, unter anderem Schilddrüsenveränderungen wegen Jodmangels. Die ehemalige Wirtschaft befindet sich im Besitz der Jodquellen AG, sie war zuletzt als Künstleratelier genutzt wurden.

Abbrucharbeiten umfangreicher als gedacht

Nun möchte Jod AG-Chef Dr. Anton Hoefter das Haus zu vier Ferienwohnungen und einer Betriebsleiterwohnung umbauen, was vom Gemeinderat Wackersberg auch so genehmigt worden war. Allerdings scheinen die Abbrucharbeiten umfangreicher gewesen zu sein als ursprünglich angedacht, so dass das Landratsamt als Bauaufsichtsbehörde einschritt und eine Baueinstellung verfügte.

Seitdem ruht die Baustelle mit einem weithin sichtbaren Kran. Das Pikante: die Jod AG benötigt das Gebäude, um die Quelle weiter zu nutzen. Daraus werden Jod-Produkte wie Seifen und Shampoos produziert und verkauf. Auch wenn das eigentliche Quellwasser durch den Einsatz von medizinischen Jod-Tabletten seine ursprüngliche Bedeutung längst verloren hat.

Karl Bock

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