Weiter Weg zum Wandel

Landratsamt legt Jahresbericht zur Umsetzung des Klimaschutzkonzepts vor

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Die Umwelt im Blick: Klimaschutzbeauftragter Andreas Süß.

Landkreis – Es ist ein Ziel, das alle betrifft: Der Klimawandel. Klimaschutzbeauftragter Andreas Süß vom Landratsamt legte die aktuellen Zahlen beim Jahresbericht auf den Tisch. Um dem Ziel zur Energiewende gerecht zu werden, benötige es noch einiges an Schwung im Landkreis.

Jeden Freitag hallen ihre Umweltschutzparolen durch die Gassen der Marktstraße: die „Fridays-for-Future“-Märsche der Jugendlichen sind mittlerweile schon ein fester Termin im Kalender. Aber auch den Lokalpolitikern ist Umweltschutz wichtig. Etwa Stadtradeln, die Energie- und Baumesse oder die über 100 Veranstaltungen beim diesjährigen Klima­frühling im Oberland Mitte März dieses Jahres, der rund 4.000 Besucher lockte. Daran beteiligten sich die Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach sowie die Energiewende Oberland mit dem Ziel, Engagement im Bereich Klimaschutz sichtbar zu machen. So gab es etwa Führungen wie durchs Tölzer Isarkraftwerk, Verkehrsworkshops oder Baumpflanzaktionen. „Klimawandel ist in aller Munde“, erklärte Andreas Süß. Der Klimaschutzbeauftragte stellte jüngst seinen Jahresbericht vor. 

Bei seinen Statistiken bezog sich Süß auf Bilanzen aus den Jahren 2011 und 2016. Die Gute Nachricht – insgesamt ist die Treibhausgasemission CO2 in den Jahren zurückgegangen (2011: 920.389 Tonen, 2016: 854.230 Tonnen). Gewertet wurden die Bereiche Strom, Wärme sowie Verkehr. Den größten Verbrauch im Landkreis erzeugt der Verkehr, erklärte Süß, der Anteil an CO2-Ausstoß hat sich von 34 auf 37 Prozent erhöht. Während der heizölbedingte Emissionen (rund 43.000 Tonnen) gesunken sei, stieg dagegen der Anteil an Gasemission (13.753 Tonnen). Erfreulich die Entwicklung der erneuerbaren Energien wie Wasserkraft, Photovoltaik und Biomasse. Den Löwenanteil im Landkreis deckt die „Wasserkraftpower“ im Landkreis ab, bedingt durch das Walchenseekraftwerk könne im Landkreis mehr Strom erzeugt werden. „Strom wird in der Zukunft mehr Bedeutung für den Verkehr und die Wärme gewinnen.“ Unterm Strich, sagte Süß, ist der Landkreis durch erneuerbare Energien gut abgedeckt. Dennoch ist „noch ein weiter Weg zu gehen“. „Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es betrifft uns alle“, betonte Süß: Laut seiner Bilanz lägen beim Verbrauch von Treibhausgasemissionen Bereiche Verkehr, private Haushalte sowie Gewerbe, Handel und Dienstleistungen gleich auf. Die Industrie bildet den kleinsten Anteil ab. 

Die eingangs erwähnten Veranstaltungen sollen die Landkreisbürger „aktivieren und motivieren“, betonte Süß. Diese sollen „Schwung für den Klimaschutz in der Region“ hineinbringen. Erfolge zeigten sich bei Kooperationen mit Schulen und daraus ein Netzwerk entstanden. Marschieren die Schüler nicht am Freitag für den Klima, so unterstützen verschiedene Schulklassen Aktionen für eine ökologische Nachhaltigkeit. Das große politische Ziel ist allerdings die Energiewende im Jahr 2035: bis dahin sollen per Gesetz erneuerbare Energie um 60 Prozent ausgebaut werden. Süß: „Es wird schwierig zu erreichen sein.“ Daniel Wegscheider

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