Bürokratie im Kreis kritisiert

Landratskandidat plädiert am CSU-Stammtisch für Strukturreform

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Standen den Stammtischbesuchern Rede und Antwort: CSU-Ortsvorsitzender Ewald Kailberth und Landratskandidat Anton Demmel (r.).

Geretsried – Seit nunmehr 44 Jahren veranstaltet der Ortsverband der Geretsrieder CSU einmal im Monat eine Diskussionsrunde für alle politisch Interessierten. Diesmal gab die Partei dem Königsdorfer Bürgermeister und Landratskandidaten Anton Demmel ein Forum für seinen Wahlkampf.

Der gelernte Diplom-Finanzwirt, dessen Hobbys die Jagd und das Fischen sind, stellte sich zunächst den rund 30 Stammtischgästen vor. Obwohl die meisten von ihnen die politischen Ziele des CSU-Kandidaten ohnehin schon kennen dürften, übte er erneut Kritik an Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler). So machte er keinen Hehl daraus, dass ihm die verzögerte Bearbeitung von Bebauungsplänen sowie die in den letzten Jahren sprunghafte angestiegene Bildung von Arbeitskreisen nicht gefallen, da dadurch wichtige Entscheidungen aufgeschoben werden. „Bei der Feuerwehr gibt’s einen Spruch: Lieber eine falsche Entscheidung, als gar keine Entscheidung“, sagte Demmel. Der Geltinger Landwirt und Geretsrieder Stadtrat Franz Wirtensohn gab ihm recht und wünscht ebenfalls die schnellere Erteilung von Baugenehmigungen. „Es kann nicht angehen, dass die Kreisbaumeisterin im Jahr 1.650 Bauanträge prüfen muss. Das ist ein Strukturfehler, den man beheben muss“, ärgerte sich Demmel. Würde diese Aufgabe auf mehrere Stellen verteilt, würde dies seiner Ansicht nach zu einer beschleunigten Bearbeitung führen.

Dr. Josef Orthuber, Chefarzt an der Wolfratshauser Kreisklinik, wollte wissen, wie Demmel zur Stärkung dieser wichtigen medizinischen Einrichtung steht. Der Königsdorfer gab sich diplomatisch und erinnerte auch an den Verlust der Geburtenstation in Bad Tölz. „Das ist für die Leute im Südlandkreis ein großes Problem“, sagte der Landratskandidat. Kooperationen, wie sie die Kreisklinik und das Starnberger Krankenhaus eingegangen sind, seien auch in Tölz denkbar. Orthuber erinnerte jedoch an das einstige schwierige Verhältnis zwischen den Wolfratshauser und den Tölzer Ärzten, das sich mittlerweile aber stark gebessert habe. CSU Ortsvorsitzender Ewald Kailberth wünscht sich, dass bei solchen Kooperationsentscheidungen auch die Interessen der Angehörigen der Patienten berücksichtigt werden. Denn die Busverbindungen zwischen dem Nord- und Südlandkreis seien längst noch nicht optimal. Demmel gab ihm zwar recht, warnte aber vor einer unbedachten Fahrplanerweiterung. „Wenn ein Bus fast leer durch den Landkreis fährt, dann belastet er das Klima. Nur wenn er voll ist, entlastet er das Klima“ gab er zu bedenken. Peter Herrmann

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