Schmackhafter Aktionstag

Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn kocht und tanzt im Kloster

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Eine Delegation aus Pusztavám kochte Kesselgulasch mit Fleisch und Kartoffeln.

Beuerberg/Geretsried – Zu einem abwechslungsreichen Aktionstag luden jüngst die Initiative Integration aktiv des Trägervereins Jugend- und Sozialarbeit Geretsried, die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn und das Diözesanmuseum Freising ins Kloster Beuerberg ein. Unter dem Motto „Heimatküche: O‘gricht is“ wurde nicht nur getanzt und gekocht, sondern auch die Geschichte der Heimatvertriebenen erklärt.

Nach einer Führung durch die Heimat-Ausstellung zeigte die Landsmannschaft ihre traditionellen Tänze und bot einen Tanzworkshop für die rund 40 Teilnehmer an. Zum krönenden Abschluss bereitete eine eigens angereiste Delegation aus Pusztavám ein Kesselgulasch zu, das mit Wein und würzigen Gebäck – den sogenannten Greiml-Pogatscherl und G’würzzett’l – serviert wurde.

„Als die Heimatvertriebenen aus Pusztavám am 7. Januar 1945 in Beuerberg ankamen, war das für sie wohl nicht so freudig wie heute in dieser Runde“, stellte Moritz Sappl fest. Der Eurasburger Bürgermeister mahnte, den Frieden nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen und plädierte für die Intensivierung von integrativen Maßnahmen. „Wenn man miteinander singt, tanzt und kocht, gelingt das am besten“, sagte er. Patrick Hingar von „Integration aktiv“ erinnerte daran, dass der Eingewöhnungsprozess der Deutschen aus Ungarn nach dem Zweiten Weltkrieg viel Zeit beanspruchte. Denn viele Vertriebene gingen zunächst davon aus, dass sie bald wieder in ihre alte Heimat zurückkehren können. Aufgrund ihres handwerklichen Geschicks verschafften sie sich bei der Landbevölkerung jedoch schnell Anerkennung. Viele siedelten einige Jahre später ins heutige Blumenviertel nach Geretsried über. „Es war ein langer Atem nötig, dass sich diese Menschen in unserer Gesellschaft einbringen können“, erklärte Hingar. Georg Hodolitsch, Vorsitzender der Landsmannschaft aus Ungarn, freute sich, dass auch einige Zeitzeugen den Weg ins Kloster gefunden hatten. So kam Theresia Harting als neunjähriges Mädchen auf einem Beuerberger Bauernhof an und fand sieben Jahre später in Geretsried eine neue Heimat. „Das war ein besonderer Tag für mich heute, weil so viele Erinnerungen wieder hochkamen“, zeigte sich die 83-Jährige gerührt. Wie schon beim Siedlungsfest der Trachtengruppe der Deutschen aus Ungarn, das eine Woche zuvor in Geretsried stattfand (wir berichteten), hatte sie auch für den Aktionstag Gebäck zubereitet.Peter Herrmann

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