Eisbergkurs vermeiden

Landwirtschaft soll durch einen Verband gepflegt und gefördert werden

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Durch einen geplanten Landschaftspflegeverband sollen hiesige Landwirte unterstützt werden. Dieser garantiert die Erhaltung von Streuobstwiesen und Almflächen.

Landkreis – Die CSU-Kreistagsfraktion beschreibt die hiesige Landwirtschaftssituation „wie auf der Titanic in Sektlaune“: Daher stellte sie nun ein ergebnisoffenes Anhörungsverfahren über die Notwendigkeit eines Landschaftspflegeverbandes. Mit ins Boot sollen Naturschutzbund und der Bauernverband – beide „auf Augenhöhe“ – geholt werden. Der Kreis-Umweltausschuss stimmte dem Vorhaben einhellig zu.

Michael Häsch (CSU) schilderte gleich zu Beginn der Sitzung des Umwelt- und Infrastrukturausschusses im Landratsamt eine düstere Entwicklung: „Wenn Almen nicht gepflegt und bewirtschaftet werden, um auch Einnahmen der Landwirte zu schaffen, werden über 90 Prozent der Milchbetriebe aufhören.“ Wichtig sei den Landschaftspflegeverband „gemeinsam auf den Weg zu bringen“, so Häsch. Natur und Bauern sind nicht voneinander zu trennen: „Wir müssen den Naturschutz gemeinsam weiterentwickeln“, betonte Häsch. Und dabei gehe es nicht nur um „Streuobstwiesen, sondern auch um den Erhalt von Biotopen und Wäldern“.

Zusammenhalt betonte auch Franz Steger von der Unteren Naturschutzbehörde. „Es soll keinen Krieg zwischen Bauern und dem Naturschutzverbänden geben.“ Der Landkreis sei nämlich einer der wenigen weißen Flecken in Bayern in Sachen Landschaftspflegeverband. Zum Vergleich: Im Landkreis Miesbach und Weilheim-Schongau hatten sich dafür zuletzt Organisationen gegründet.

„Ziele des Verbands sind etwa der Erhalt der vielfältigen artenreichen Kulturlandschaft und die Unterstützung der Landwirte durch Akquise von Fördergeldern“, erklärte Steger weiter. Aber auch die Erhaltung von Streuobstwiesen und von Almflächen seien dabei. Landschaftspflegeverbände organisieren Naturschutzmaßnahmen und beantragen Fördermittel. Auf den Punkt gebracht: „Der Artenreichtum soll gefördert werden, um für die Einnahmen der Landwirte zu sorgen.“ Apropos Landwirte: „Es darf nie der Eindruck entstehen, dass den Bauern vom Ministerium herab etwas übergestülpt wird“, betonte Häsch.

Nun sollen weitere Gespräche unter den Verbundsvertretern geführt werden, bevor der Kreisrat eine endgültige Entscheidung über die Gründung trifft. Auch Landwirt Nikolaus Mair (Grüne) erachtet den Landschaftspflegeverband als wichtig und richtig: „Wir hätten diesen gerne viel früher gehabt.“ Und Georg Riesch (Freie Wähler) bilanzierte: „Wenn die Landwirtschaft gut eingebunden wird, sehe ich eine Chance auf ein gelingen.“ dwe

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