„Wollmützenwahlkampf“: Die Gelben sind zurück

Larry Terwey (FDP) bewirbt sich um den Bürgermeisterposten

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Larry Terwey (FDP) tritt bei der Kommunalwahl am 15. März als Gegenkandidat von CSU-Bürgermeister Michael Müller an.

Königsdorf – Bis vor kurzem konnte CSU-Bürgermeister Michael Müller der Kommunalwahl 2020 ganz gelassen entgegensehen. Nun bekommt er Konkurrenz – von den Liberalen. Die sind bislang lediglich mit Günther Fuhrmann – er kandidierte 1986 als Bürgermeister – im Stadtrat vertreten. Nun schickt der FDP-Ortsverband Wolfratshausen-Geretsried seinen Favoriten Larry Terwey ins Rennen.

Er sei es gewohnt, häufig Positionen zu wechseln und komplexe Probleme zu lösen, erklärte Larry Terwey in seiner Ansprache anlässlich seiner Bewerbung als Bürgermeisterkandidat. Mit sechs von sieben möglichen Stimmen wurde Terwey vergangenen Donnerstag in der Aufstellungsversammlung der FDP als Bewerber um den Bürgermeisterposten gewählt. Sieben nur deshalb, weil laut Klausel der FDP nur Geretsrieder FDP-Mitglieder berechtigt waren zu wählen. Die anderen 18 Anwesenden – Wolfratshausener oder Nicht-FDP-ler durften der Abstimmung lediglich beiwohnen. Terwey erklärte sich als idealer Kandidat mit profunden beruflichen Erfahrungen in den Bereichen Informationstechnologie, Management, Aufbau und Führung von Software-Unternehmen sowie Digitalisierung. Auch sein bisheriges soziales Engagement zeichne ihn als optimalen Bewerber aus.

Günther Fuhrmann, der 1986 als Bürgermeister kandidierte, schied aufgrund der Altersgrenze, die für hauptamtliche Bürgermeister gilt, als Bewerber aus. Der 75-Jährige ließ sich jedoch die Präsentation des Bewerbers nicht nehmen. „Mit einem Bürgermeisterkandidaten sind wir heuer in einer ganz anderen Ausgangsposition als noch vor zwei Jahren“, erklärte Fuhrmann. Damals habe sich eine Handvoll Interessierter als Arbeitskreis Mittelzentrum zusammengefunden. Jetzt sei es realistisch, bis Ende nächsten Jahres auf 80 Mitglieder im Landkreis anzuwachsen und vielleicht sogar eine eigene Liste zur Kommunalwahl aufzustellen.

Terweys politische Leib- und Magenthemen sind Digitalisierung, Familie, Wohnen, Arbeit und Wirtschaft, die seiner Ansicht nach bei der FDP „am besten repräsentiert“ seien. Er freue sich auf die Zusammenarbeit und dankte den FDP-Mitgliedern für das Vertrauen. Für Fuhrmann war die Wahl eines Bürgermeisterkandidaten jedoch „nicht mehr als eine Ouvertüre“. Der erste Akt sei die inhaltliche 

Beschäftigung mit einem Programm bis Ende des Jahres, „besser noch in zwei bis vier Wochen“. Danach stehe der FDP im zweiten Akt „der Wollmützenwahlkampf bevor.“ Gemeint sind Infostände und Teilnahme an Veranstaltungen, die aufgrund des Datums der Kommunalwahl – am 15. März – in den Januar und Februar fallen dürften.

Bislang sah es so aus, als würde die Wahl 2020 für Amtsinhaber Michael Müller ein Alleingang werden. Der FDP-Kandidat ist sein erster Herausforderer. Ende Oktober beschloss der Ortsverband der Grünen, Martina Raschke (parteifrei), die Möglichkeit zur Kandidatur für das Amt der Bürgermeisterin von Geretsried bei den Kommunalwahlen 2020 zu geben. Raschke wird auch auf der Liste der Grünen für den Stadtrat kandidieren. Die offizielle Aufstellungsversammlung der Grünen findet am 21. November, 19 Uhr in den Ratsstuben statt.

Sandra Gerbich

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