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LBV gibt Tipps für einen freundlichen Igel-Garten

Ein Igel
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Aufgewacht: der Igel.
  • Daniel Wegscheider
    vonDaniel Wegscheider
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Landkreis – Die ersten warmen Tage im Frühling locken und Tiere und Pflanzen erwachen nach der kalten Jahreszeit.

Gartenbesitzer machen sich an die Arbeit, um Blumenbeete von Laub und abgestorbenen Stängeln zu säubern. Doch Obacht: „Was auf den ersten Blick als nutzloses Überbleibsel des vorigen Herbstes scheint, ist für Igel, Insekten und Amphibien ein wichtiger Rückzugsort, wenn das Wetter doch noch winterliche Kapriolen schlägt“, sagt LBV-Igelexpertin Dr. Angelika Nelson. Einige Arten sind auch noch gar nicht aus dem Winterschlaf erwacht. So werden manche Insekten beim Rückschnitt der Pflanzen und Entfernen des Laubes in ihrem Überwinterungsquartier mit entsorgt. „Bei Gartenarbeiten sollte Rücksicht auf mögliche schlafende Gäste genommen werden.“

Vorsicht mit Werkzeugen

Igel halten ihren Winterschlaf gerne in Totholzhaufen und natürlichen Höhlen. Gartenbesitzer sollten deshalb beim Umschichten alter Gartenabfälle oder Zusammenrechen von Laub- und Asthaufen aus dem letzten Jahr vorsichtig sein. „Bitte nicht mit der Mistgabel in den Komposthaufen stechen.“ Besser sei es Laub vorsichtig mit dem Rechen auseinanderzunehmen. Abends und nachts sind Igel jetzt auf Nahrungssuche. Der LBV rät: Mähroboter nicht nach Einbruch der Dämmerung arbeiten lassen.

Verstecke bieten

Reisighaufen sind im Frühjahr, solange es noch kälter ist, beliebte Schlafplätze von Igeln. „Wer in seinem Garten gut isolierte Höhlen in Reisig- oder Laubhaufen hat, sollte diese am besten so belassen. Sie bieten das ganze Jahr über nicht nur dem Igel, sondern auch Insekten und anderen Tieren Unterschlupf“, sagt Nelson. Weitere Verstecke können Komposthaufen, Trockenmauern oder Holzstoße bieten.

Auf Gift verzichten


Chemische Dünger, Insektizide oder Pestizide sind wie Schneckenkorn im igelfreundlichen Garten tabu. Schnecken, Käfer und Larven sind wichtige Nahrungsquellen für den Igel. „Eine Behandlung mit Giften, ob chemisch oder biologisch, ist ein beträchtlicher Eingriff ins empfindliche Ökosystem, das sich in einem naturnahen Garten größtenteils selbst reguliert“, so die LBV-Biologin. Schutz vor Schädlingen biete etwa Knoblauch, wenn er angebaut werde. Auch Kompost, Brennnesseljauche und verrotteter Mist funktionieren als Dünger.

Igelfreundlicher Garten


Ein igelfreundlicher Garten bietet Blumenwiesen, Hecken und Stauden. Bei den heimischen Pflanzen sollten Pollen und Nektar frei zugänglich sein. Das lockt Insekten an, die Nahrung für den Igel. Der beste Naturgarten nützt den Igeln und anderen Tieren nichts, wenn sie ihn nicht betreten können. „Abhilfe schafft bereits ein etwa zehn mal zehn Zentimeter großer Durchgang in Bodennähe“, rät die LBV-Igelexpertin. So kann der Igel ohne Probleme den Garten betreten und wieder verlassen.

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