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Lebenserhaltende Maßnahmen

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Mindestens 68.000 Euro muss die Stadt Geretsried investieren, um den Brandschutz des Hallenbades zu gewährleisten.
Mindestens 68.000 Euro muss die Stadt Geretsried investieren, um den Brandschutz des Hallenbades zu gewährleisten.

Bekenntnis Ja, Beschluss Nein. So lässt sich die Debatte des Bauausschusses am vergangenen Dienstag zum Geretsrieder Hallenbad resümieren. Es geht um viel Geld: Rund 68.000 Euro müssten mindestens investiert werden, um die eklatanten Brandschutzmängel (wir berichteten) zu beseitigen und das Bad bis Mitte November wieder zu öffnen. Damit aber nicht genug. Um die Funktion des Bades bis zur geplanten Eröffnung des Neubaus zu gewährleisten, müssten weitere 103.000 Euro in die Hand genommen werden.

Eine endgültige Entscheidung fällte der Ausschuss nicht. Diese wird dem Stadtrat am kommenden Dienstag überlassen. Ausgehend von einer Brandschutzanalyse zur Personensicherheit, präsentierte Stadtarchitekt Christian Müller diese Zahlen dem Gremium: „Wir haben immer versucht das Bad aufrecht zu erhalten, sind einer Generalsanierung aber nur hinterhergehechelt. In diesem Dilemma befinden wir uns.“ Seit 1998 habe die Stadt rund vier Millionen Euro in „Teilsanierungen“ gesteckt. Das von Günter Kraus erstellte Brandschutzgutachten kristallisierte vor allem Mängel im Saunabereich heraus. „Der erste Rettungsweg ist mangelhaft, ein zweiter nicht vorhanden.“ Den Besuchern sei es nicht zuzumuten, über eine Leiter auf das Gelände zu klettern. Die von Kraus erstellte Maßnahmenliste ist lang und kann nur in Gänze umgesetzt werden. Die von Müller kalkulierten 68.000 Euro beinhalten die Sicherheitsbeleuchtung, Schilder, eine Erneuerung der Holzdecke in den Umkleidekabinen, den Einbau einer Brandschutztüre sowie Panikschlösser. Für den übergangsweisen Betrieb bis zum Neubau sind 103.000 Euro nötig. Den größten Posten nimmt mit 50.000 Euro die Filteranlage im Kinderbecken ein. Dazu kommen noch die ohnehin anfallenden laufenden Kosten, jährlich sind das 500.000 Euro. Bürgermeisterin Cornelia Irmer hofft, dass „es gelingt, das Geld zu investieren und das Hallenbad weiterzuführen“. Irmer verteidigte nochmals ihren Entschluss zur sofortigen Schließung des Hallenbades: „Die Sicherheit der Besucher hat Vorrang.“ Zudem widersprach sie dem in der Öffentlichkeit entstandenen Eindruck, „dass das „Bad heruntergekommen ist“. Es sei unschwer zu erkennen, dass in hier jede Menge Geld investiert worden ist, bekräftigte sie. Sparen könne man sich indes die Erneuerung der Sprunganlage. CSU-Stadtrat Ewald Kailberth störte sich vor allem am Kinderbecken. Er sprach sich für eine Weiterführung des Bades aus („Wir sollten das Geld in die Hand nehmen“) – aber nur „wenn wir das Kinderbecken streichen.“ Einzig Volker Witte (Grüne) lehnte die nötigen Investition ab: „Das ist rausgeschmissenes Geld.“

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