Lebensretter auf vier Pfoten

Mira und ihr Team finden vermisste Person in letzter Sekunde

+
Starkes Team: Labrador Mira und Hundeführerin Krissy Rid.

Landkreis/Ohlstadt – Wenn Mensch und Tier zusammenarbeiten, kann dieses Teamwork Leben retten: So geschehen im Kreis Garmisch-Partenkirchen, als Rettungshund Mira dort ihre super Spürnase bewies und eine vermisste Frau gefunden hat, die bereits stark unterkühlt gewesen war. Der sogenannte Flächensuchhund gehört zur BRK-Rettungshundestaffel Bad Tölz-Wolfratshausen.

Vergangenen Freitag gegen 19 Uhr war es vielerorts kalt, das Thermometer kletterte auf Minusgrade hinunter. Wer sich drinnen aufhielt, hatte es gut – doch draußen suchte an diesem Tag ein Großaufgebot von 80 Rettungskräften eine Vermisste Person aus Ohlstadt im Kreis Garmisch-Partenkirchen. Erfolglos. Nach drei Stunden gab es immer noch keine Spur nach der Frau mittleren Alters.

Dabei wurde alles Mögliche dafür getan: so kreiste ein Polizeihubschrauber die Umgebung ab, Polizei, Feuerwehr, Bergwacht streiten durchs Gelände – sogar zwei Drohnen der Murnauer und Penzberger Feuerwehr scannte per Wärmebildkamera die Landschaft ab.

Zum Sucherfolg sorgte dann die BRK Rettungshundestaffel Bad Tölz-Wolfratshausen, die gemeinsam mit Kollegen der SEG Rettungshund Oberland sowie der BRK Rettungshundestaffel Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau und Starnberg zusammenarbeitete. „Nach kurzer Suchzeit im unwegsamen Gelände zeigte die vierjährige Labradorhündin Mira durch Bellen an, dass sie jemanden gefunden hatte“, berichtet Rettungshundestaffel-Leiterin Vanessa Schallmoser. Es handelte sich um die gesuchte Person. Laut Polizei kauerte sie durchgefroren hinter einem Stein an einem Waldrand in der Nähe des Heimgartenparkplatzes.

Das Team der BRK Rettungshundestaffel Bad Tölz-Wolfratshausen versorgte die gefundene Person und betreute diese bis zum Eintreffen weiterer Rettungskräfte. Gemeinsam mit Einsatzkräften der Bergwacht wurde die unterkühlte Frau zurück durch das unwegsame Gelände zum Rettungswagen gebracht.

Hilfe für Hilfe: BRK-Rettungshundestaffel sucht dringend großes Übungsgelände

Landkreis – Die Labradorhündin Mira hat jüngst geholfen, eine Vermisste zu finden (siehe Seite 1). Sie arbeitet nämlich als Rettungshund bei der BRK-Hundestaffel hier im Landkreis. Krissy Rid ist ihre Hundeführerin und Besitzerin. Aber weit mehr als das, bilden sie eine Einheit – sind ein Team.

Ihre Leidenschaft zu Hunden und anderen Menschen zu helfen, hatte Rid aus Landsberg schon sehr früh. „Ich wollte etwas sinnvolles mit Mensch und Hund machen“, sagt sie. Mit 13 Jahren ging sie zusammen mit ihrer Hünding Bella zum BRK-Weilheim-Schongau zur Hundestaffel. Heute ist Bella in ihrem wohlverdienten Ruhestand, berichtet Ried weiter. Ihre neue Partnerin an der Seite ist nun die mittlerweile vier-jährige Mira.

Zu den Aufgaben der BRK Rettungshundestaffel gehört die Suche, Auffindung und Rettung vermisster Personen, teils „in unwegsamem Gelände“, erklärt Vanessa Schallmoser, die seit Anfang des Jahres neue Leiterin der BRK-Rettungshundestaffel ist. Sie löste ihre Vorgängerin Nicole Graser ab.

Weitere Aufgaben sind auch die Versorgung und Durchführung lebensrettender Sofortmaßnahmen und die Übergabe an den Rettungsdienst. Dafür werden Hunde und Hundeführer speziell u nach den Richtlinien des Bayerischen Roten Kreuzes ausgebildet und regelmäßig geprüft. „Wir arbeiten 100 Prozent ehrenamtlich. Sind 24 Stunden und sieben Tage die Woche einsatzbereit und üben wöchentlich mehrere Stunden, um unsere Hunde auf den Ernstfall vorzubereiten“, so Schallmoser.

Auch Rid trainiert rund sechs Stunden pro Woche mit ihrer Mira. „Rettungshunde wollen arbeiten“. Aber freilich gehöre auch der normale Hundealltag dazu, den jeder Besitzer kennt: Gassi gehen, spielen, „die normalen Bedürfnisse eben“, sagt Rid. Und zusätzlich versteckt sie regelmäßig einen Dummy im Garten, den Mira den freudig dort sucht und in Übung bleibt.

Die Ausbildung der Hunde und ihrer Betreuer zum Sanitäter verlange viel ehrenamtliches Engagement, betont Schallmoser. Nach einem erfolgreichem Eignungstest des Hundes kann das Team nach einer rund zweijährigen Ausbildung zur Rettungshundeprüfung antreten, die alle 18 Monate wiederholt werden muss. Erst nach bestandener Prüfung darf das Team in den Einsatz gehen.

Rettungshunde werden zur Flächensuche sowie Personensuche unter Trümmern oder Wasser eingesetzt. Auf der Grundlage der Normierung „Rettungshundeteam” werden speziell ausgebildete und geprüfte Hunde mit Hundeführern eingesetzt. „Dies unterscheidet sie von anderen hundeführenden Institutionen“, erklärt Schallmosser. Also etwa die Dienst- und Schutzhunde der Polizei.

Aber auch die BRK-Rettungshundestaffel braucht Hilfe: „Um unsere Hunde auf die Einsätze vorzubereiten sind wir auf unterschiedliche Umgebungen angewiesen“, erklärt Schallmoser. Sie und ihr Team sind auf der Suche nach Waldgebieten größer 20.000 Quadratmeter oder Abrissgebäuden, in denen sie üben dürfen. „Sie haben ein solches Gelände für uns? Dann freuen wir uns auf Ihren Kontakt“, ruft Schallmoser auf. Übrigens: Ausbildung und Ausrüstung der Rettungshundearbeit ist finanziell aufwendig und wird durch Spenden und das Bayerische Rote Kreuz gestemmt. Kontakt zur BRK Rettungshundestaffel per E-Mail an rhs@brk-toel-wor.bayern.

Daniel Wegscheider

Auch interessant

Meistgelesen

Finanzausschuss befasst sich mit Haushalt 2020
Finanzausschuss befasst sich mit Haushalt 2020
Geschlagen, beleidigt, Auto beschädigt, Reifen zerstochen
Geschlagen, beleidigt, Auto beschädigt, Reifen zerstochen
Mehr Geld für Reinigungskräfte im Landkreis
Mehr Geld für Reinigungskräfte im Landkreis
Stadtrat reguliert die in die Jahre gekommene Bestattungssatzung neu
Stadtrat reguliert die in die Jahre gekommene Bestattungssatzung neu

Kommentare