Ohne Rummel, ohne Jahrmarkt

„Lehards light“ in Dietramszell: So ist das Fest für Gläubige dieses Jahr abgelaufen

Kind sitzt zu Leohnardi auf einem Pferd
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Auch kleine Reiter freuten sich über die Lehard Feldmesse.
  • Ewald Scheitterer
    VonEwald Scheitterer
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Dietramszell – Offiziell war die Dietramszeller Leonhardifahrt 2021 Corona-bedingt abgesagt worden. Heuer fand wenigstens eine Feldmesse neben der Wallfahrtskirche statt.

„Wer gern kommen will, soll kommen“, verkündigte Cheforganisator und Leonhardi-Lader Hans Kanzler bereits im Vorfeld. Und überaus zahlreiche Gläubige bewiesen am Samstagvormittag bei nasskaltem Wetter, dass ihnen Brauchtum und kirchliche Tradition wichtiger ist, als der weltliche Teil des größten Dietramszeller Feiertags im Jahreskreis: Weit über 200 Besucher und 15 Wagen und Kutschen nebst weiteren Einzelreitern wurden bei der Feldmesse zum „Zeller Lehards light 2021“ gezählt.

Vielleicht war der unerwartet große Zuspruch auch der Tatsache geschuldet, dass Neupriester Georg Böckl-Bichler, der bekanntlich aus dem Zeller Ortsteil Erlach stammt, Hauptzelebrant der Feldmesse war. Er spendete dann auch nach dem Feld-Gottesdienst, allerdings in Folge des wenig einladenden Wetters in der Kirche, den Gläubigen auf Wunsch noch einmal seinen Primizsegen.

Priester Böckl-Bichler blickt zurück

Auf seine unbeschwerten Kindertage in der Heimat – „schließlich bin ich in Dietramszell fünf Jahre lang in die Schule gegangen“ – nahm der Priester in seiner Predigt Bezug. Viele seiner Erinnerungen seien auch mit den damaligen Leonhardifahrten verknüpft. Auch erwähnte er, dass viele seiner Priesterkollegen, die ihn zu seiner Primizmesse am vergangenen Sonntag in Erlach und Steingau besucht hatten, erstaunt waren, „wie schön es in meiner Heimat hier im bayerischen Oberland ist“.

Zur Erinnerung an seine Primiz in der Heimat überreichte Georg Böckl-Bichler dann Dekan Thomas Neuberger ein besonderes Geschenk des gesamten Pfarrverbands: Ein vergoldetes Ölgefäß in Silber zur Krankensalbung. Und dann gab es zum Abschluss des Gottesdienstes noch „jede Menge Segen“, wie es der Neupriester ausdrückte: Den Segen für die Pferde und deren Betreuer, für die mitgebrachten Stalltafeln und schließlich noch den Primizsegen.

Gläubige halten zusammen

Bei der abschließenden traditionellen Umrundung der Dietramszeller Wallfahrtskirche St. Leonhard durch die festlich herausgeputzten Kutschen und Wägen spendete Pater Bimo, mit einem großen Weihwasser-Kessel ausgestattet, den Teilnehmern den traditionellen Zeller Leonhardi-Segen. Hans Kanzler stellte noch fest: „So ein ruhiges Lehards ist doch auch wunderschön. Ganz ohne Lärm und harmonisch, ohne jeglichen Rummel und ohne Jahrmarkt.“ Erfreut sagte er: „Der enorme Zuspruch der Gläubigen hat selbst mich heute etwas überrascht.“

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