ehrerzimmer am Geretsrieder Gymnasium beschäftigt Kreisgremienehrerzimmer am Geretsrieder Gymnasium beschäftigt Kreisgremien

Beschlossen ist beschlossen

Geretsried – Die Teilklimaanlage für das neue Lehrerzimmer am Geretsrieder Gymnasium, die der Kreisbauausschuss wegen zu hoher Kosten abgelehnt hatte, beschäftigten abermals die Kreisräte – sowohl im Kreisausschuss als nun nochmals im Kreisbauausschuss.

Vorangegangen war dem ein Appell des Personalrats und der Schulleitung an die Kreisräte, doch noch für die Technik zu stimmen. „Wo fang ich an, wo hör’ ich auf“, fasste Vize-Landrat Werner Weindl (CSU), der die erste Kreisbauausschusssitzung geleitet hatte, den Sachverhalt nochmals im Kreisausschuss zusammen. Er verteidigte den Beschluss des Fachausschusses, den 1,42 Millionen teuren Neubau ohne eine zusätzliche Teilklimaanlage zu errichten. „Deswegen wird das kein schlechteres Lehrerzimmer“, sagte Weindl. Kritik hagelte es von seinem Fraktionskollegen Manfred Fleischer: „Der Ablauf der Diskussion ist unglücklich“, sagte er. Denn es gebe inzwischen ein Sammelsurium an Erklärungen, befand Fleischer und forderte eine dezidierte Auskunft darüber, welchen Vorteil die technische Anlage mit veranschlagten Mehrkosten in Höhe von 120.000 Euro tatsächlich mit sich bringe. René Beysel vom Hauptamt klärte auf und erinnerte an die Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV 09). Denn die neue Lüftungstechnik – so wurde von den Befürwortern angeführt – trage mit dazu bei, dass die Auflagen zur EnEV erst durch diese Technik erfüllt würde. Tatsächlich, erklärte Beysel, dass die relativ schlechten EnEV-Werte der Schule auf die noch betriebene Heizungstechnik zurückzuführen sei. In etwa fünf Jahren würde die aber ohnehin ausgetauscht – und infolge dessen die Kriterien der EnEV dann voll erfüllt. Beysel sagte eine Lebenszykluskosten-Berechnung zu, die er im jüngsten Bauausschuss nun präsentierte – um zu sehen, in welchem Zeitraum sich die Mehrkosten amortisieren würden: nach 27,8 Jahren. Landrat Josef Niedermaier (FW) warb für das Festhalten am Beschluss gegen die Klimaanlage. „Die Standards sind haltbar, spätestens mit der neuen Heizung.“ Mit einem modifizierten Beschluss „treten wir eine Lawine los: Denn dann spielen wir das Wünsch-Dir-Was-Spiel in jeder Gemeinde“. Und eben das könne nicht sein. Gleichzeitig erinnerte Niedermaier daran, dass ursprünglich 800.000 bis 900.000 Euro für das Lehrerzimmer vorgesehen waren. „Und das wurde immer wieder erweitert.“ CSU-Fraktionssprecher Martin Bachhuber mahnte zu Ausgabendisziplin. Denn die sich gut entwickelnden steuerlichen Verhältnisse für den Landkreis seien nur eine Momentaufnahme. Und da könne es schnell ein böses Erwachen geben – zumal erst die millionenschwere Sanierung des Tölzer Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums beschlossen worden sei, ferner die Ertüchtigung der Franz-Marc-Schule anstünde und auch eine Turnhalle in Geretsried benötigt würde. Vom bereits gefassten Beschluss des Bauausschusses rückte der Kreisausschuss jedenfalls nicht mehr ab. Und der Kreisbauausschuss bestätigte sein Votum abermals, wenngleich knapp mit 5:4. Damit ist auch eine völlig neue Variante vom Tisch: Sie hätte eine Klimaanlage auf dem Dach des Gebäudes vorgesehen. Für rund 50.000 Euro. Die spart sich der Landkreis lieber, die Lehrer müssen also zum Lüften die Fenster öffnen. Thomas Kapfer-Arrington

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