Tölzer Bauanträge schneller abarbeiten

Leitfaden soll Bauherren künftig die Vorbereitung ihrer Planungen erleichtern

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Neugestaltet werden derzeit die Tölzer Kreisverkehre. Am Bahnhof (Foto) soll wie anderenorts auch in Bad Tölz eine Blühwiese entstehen, deshalb wurde dort der Humus entfernt. Am Gegenstück in der Lenggrieser Straße soll auf Antrag der Grünen ein großer Findling aufgestellt werden.

Bad Tölz – Bauanträge sollen bei den zuständigen Behörden möglichst schnell über die Bühne gehen, immer wieder kommt es aber zu Verzögerungen, die Kritik nach sich ziehen. Oftmals fehlen aber wichtige Unterlagen, so dass eine Bearbeitung gar nicht möglich ist. Hier möchte die Stadt Bad Tölz den Antragstellern künftig einen Leitfaden an die Hand geben, in dem alles aufgelistet ist, was eingereicht werden muss. Damit befasste sich der Bauausschuss des Stadtrates in seiner jüngsten Sitzung.

Eingangs sagte Bauamtsleiter Christian Fürstberger, die Tölzer Bauwerber könnten froh sein, nicht in München zu planen: „Dort umfasst die Broschüre `Der vollständige Bauantrag` nämlich 203 Seiten.“ In Tölz sind es weit weniger, es wird aber künftig bei mehr als drei Wohnungen, die von gewerblichen Anbietern gebaut werden, auch ein qualifizierter Freiflächenplan verlangt.

Ansonsten - also bei kleineren Vorhaben - soll dieser Freiflächenplan nur eine Empfehlung sein. Fürstberger sah durchaus einen Sinn hinter dieser Forderung, die in einigen Fällen die Hinzuziehung eines Landschaftsarchitekten erfordere. „Im Freiflächenplan werden auch die Höhenlinien eingetragen, so dass man erkennen kann, wohin das eigene Regenwasser abfließt.“ Die Ausschussmitglieder waren damit einverstanden.

Bei einer Gegenstimme (von Ulrich Fottner/FWG) wurde eine Reinigungs- und Sicherungsverordnung dem Stadtrat zur Zustimmung empfohlen. Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich die Reinigung des öffentlichen Verkehrsraums, das heißt, dass Tierhalter „Verunreinigungen der Tiere unverzüglich ordnungsgemäß zu entsorgen haben“. Ebenso wird festgelegt dass im Winter Streusalz und Salz-Sandgemische aus Umwelt- und Tierschutzgründen nur noch bei hartnäckigen Vereisungen an Gefahrenstellen eingesetzt werden dürfen. Vor allem Hundebesitzer klagen immer wieder, dass ihre Tiere auf Gehsteigen mit Salz in Berührung kommen. 

Damit einhergehend soll auch ein Bußgeldkatalog verabschiedet werden, der Strafen in Höhe von fünf bis 1.000 Euro vorsieht. CSU-Stadtrat René Mühlberger betrachtete die Satzung als „wichtiges Papier, da mache Bereiche in Tölz nicht so schön sind, nicht zuletzt aufgrund des Verhaltens von Hundehaltern.“ Letztlich entscheiden über die Satzung und die Bußgelder muss aber noch der Stadtrat in einer seiner nächsten Sitzungen. Zuletzt waren zahlreiche Satzungen der Stadt überarbeitet worden (wir haben berichtet). bo

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