Wanderin stürzt 80 Meter in die Tiefe

Erster Schnee fordert die Lenggrieser Bergwacht: Wanderin rutscht aus und ein Hund unterkühlt sich

Wintereinbruch in den Bergen birgt Gefahr
+
Der Wintereinbruch in den Bergen birgt Gefahr: Die Lenggrieser Bergwacht rückte zu zwei Einsätzen aus, um abgestützte und unterkühlte Wanderer zu retten.

Lenggries/Jachenau – Vergangenen Montag hatte die Lenggrieser Bergwacht zwei hochalpine Einsätze zu bewältigen: An der Stiealm rutschte eine 55-Jährige auf einem schneebedeckten Steig aus und stürzte 80 Meter ins steile Gelände. Auch zwei Wanderer und ein Hund gerieten in Not, sie mussten vom Hirschhörndl gerettet werden.

Der erste Alarm erreichte die Rettungswache gegen 14.14 Uhr. Gemeldet wurde eine erschöpfte Person oberhalb der Stie-Alm (1.520 Meter) am Brauneck, die sich ohne Hilfe alleine im felsigen Gelände nicht mehr in der Lage sah sich selbst weiterzubewegen. Der Einsatzleiter aus der Bereitschaft Bad Tölz koordinierte den Einsatz und die vier Bergretter aus der Bergwacht Lenggries.

Die 55-Jährige war in Begleitung von drei weiteren Frauen auf den Höhenweg aufgestiegen und geriet auf dem Rückweg auf den Steig vom Latschenkopf zur Stiealm in eine missliche Lage. Sie rutschte auf dem schneebedeckten Steig aus und stürzte rund 80 Meter über steiles Grasgelände ab. „Ihr großes Glück lag in einer Felsspalte, die sie auffing bevor sie weitere 30 Meter über felsiges Gelände abgestürzt wäre“, berichtet Lenggries Bergwacht-Sprecherin Lina Feile.

Für die Rettung der unverletzten Frau teilte sich das Team der Retter auf: Während zwei Retter zur Patientin stiegen und sich per Seilt nach absicherten, erreichten die anderen beiden Bergretter die 55-Jährige von unten her kommend und sicherten mit einem Bergrettungsgurt. Daraufhin wurde sie in flacheres Gelände abgeseilt und zurück zur Hütte geführt. Später wurde die Patientin in Begleitung eines Mitglieds der Bergwacht mit der Gondel ins Tal gebracht. Der Einsatz war gegen 16.24 Uhr beendet, doch es folgte gleich der nächste.

Hund per Rucksack zurück ins Tal gebracht

Zwei Wanderer waren mit ihrem Hund vom Schützenhaus in der Jachenau Richtung Hirschhörndlkopf (1.514 Meter) aufgestiegen. „Auf der Höhe Pfundalm wurde das Wetter schlechter und sie trauten sich den alleinigen Abstieg nicht mehr zu“, erklärt Feile.

Deshalb kletterten drei Mitglieder der Bergwacht zu den Beiden auf und halfen den Wanderern beim Abstieg. Der schwer unterkühlte Hund wurde durch einen Bergretter im Rucksack ins Tal getragen. Die 48-Jährige wurde am kurzen Seil begleitet nach unten geführt, während der 40-Jährige Weinstätter selbst absteigen konnte. Gegen 19.30 Uhr waren die Bergretter wieder an der Wache und konnten den Einsatz beenden. dwe

Auch interessant

Kommentare