Nicht in die Höhe, in die Breite

Lenggries steigert für Kinderkrippe den Flächenverbrauch

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Der Wegscheider Kindergarten soll gegen die Absicht des Gemeinderats vom Mai nun doch nicht aufgestockt werden. Hierfür gäbe die Regierung nämlich keinen Zuschuss.

Lenggries – Im Mai hatte der Lenggrieser Gemeinderat den Wegscheider Kindergarten für eine Kinderkrippe aufstocken wollen. Jetzt will er nicht aufstocken, sondern auf demselben Grundstück ein neues Haus bauen.

Denn die Regierung hat angekündigt, sonst jeden Zuschuss zu versagen. Dagegen fällt nach Ansicht des Gremiums der zusätzliche Bodenbedarf nicht ins Gewicht. Schien im Mai hauptsächlich fraglich, ob die Grundfesten des Wegscheider Kindergartens ein weiteres Stockwerk überhaupt tragen könnten, ging es in der Novembersitzung um andere Dinge. Der ortsansässige Architekt Stefan Wurmb stellte mehrere Möglichkeiten vor, auf dem Grundstück ein weiteres Haus zu bauen, die meisten mit Pultdach. Inzwischen nämlich, so die Gemeindeverwaltung, habe die Regierung von Oberbayern die Aussicht auf einen staatlichen Zuschuss für eine Aufstockung (Kämmerin Petra Hillermann geht von 600.000 Euro aus) zerstreut. Auch für den Bauherrn komme ein Umbau teurer als ein Neubau (2,4 Millionen statt 1,6 Millionen Euro), gab Wurmb an. Dagegen wandte Peter Riesch (CSU) ein, der Flächenfraß solle in Bayern doch verringert werden, wie das Innenministerium immer wieder fordere. Gemeinderat Hans Proisl (FWG) tadelte an Wurmbs Entwurf, man solle doch „nicht den gleichen Schmarrn schon wieder bauen und an einem Keller sparen“. Zudem würde in der vorgestellten Rechnung der Bodenverbrauch nicht berücksichtigt und „der Regierung könnte es wurscht sein, weil sie uns eh nicht mehr Geld gibt“. Da Bürgermeister Werner Weindl (CSU) nicht vorsieht, bei der Regierung eine Alternativplanung vorzulegen, fragte FWG-Fraktionssprecher Günter Haubner nach, ob denn ein Keller einem Zuschuss entgegen stünde. Was Kämmerin Hillermann verneinte. Als August Maerz (CSU) zu bedenken gab, mit einem Pultdach würde der Gemeinderat die eigene Ortsgestaltungssatzung brechen, die ja Satteldächer vorschreibe, beschloss die Runde mit 13 zu 6 Stimmen, ein gesondertes Haus mit Satteldach und Keller zu bauen, ohne noch bei der Regierung wegen eines Zuschusses zur ursprünglich geplanten Aufstockung nachzubohren. Wolfgang Beer

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