Hauptversammlungen der Bergwachten

Lenggries und Bad Tölz wählen ihre Bereitschaftsleitung – Vermehrte Einsätze im Bereich Wandern

Bereitschaftsleiter Horst Stahl, Peter Salomon (Kassenprüfer), Johannes Kuntze Fechner (Erster Stelllvertreter) sowie Martin Hammerl (Zweiter Stellvertreter)
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Tölzer Bergwacht: (v.l.) Bereitschaftsleiter Horst Stahl, Peter Salomon (Kassenprüfer), Johannes Kuntze Fechner (Erster Stelllvertreter) sowie Martin Hammerl (Zweiter Stellvertreter).
  • Daniel Wegscheider
    vonDaniel Wegscheider
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Lenggries/Bad Tölz – Die hiesigen Bergwachten haben jedes Jahr einiges an Arbeit. Corona­bedingt offenbarte der Rückblick einen Anstieg der Einsätze im Bereich Bergwandern und Radfahren, da heuer die Skisaison komplett ausfiel.

Bei ihren Hauptversammlungen wählten die Berg­retter der jeweiligen Wachen zudem ihre Leitung: Während bei den Tölzern die Riege nahezu unverändert bleibt, gibt es einen größeren Wechsel bei den Lenggriesern.

Lenggrieser Bergwacht wird 100

Die Lenggrieser Bergwacht wird heuer 100 Jahre alt. Gefeiert werden kann das Jubiläum angesichts der Corona-Pandemie jedoch nicht, doch der Alltag geht für die Bergretter weiter: Unter strikter Einhaltung der Abstandsregeln haben die Bergwacht-Aktiven kürzlich in der weiträumigen Schulturnhalle in Lenggries eine neue Bereitschaftsleitung gewählt.

Die Bergwacht-Aktiven wählten Florian Siegl zum neuen Bereitschaftleiter und Marcus Wasensteiner zu seinem Stellvertreter. Die beiden lösen somit Christoph Brenninger und seinen Stellvertreter Willi Härtle ab, die nicht mehr kandidierten. Als Pressesprecherin und für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, wurde Lina Feile bestätigt.

Langjährige Mitglieder wurden geehrt

Siegl (37 Jahre) ist Prokurist bei der Firma Nierolen und bereits seit 21 Jahren bei der Bergwacht, hat sich also schon von Jugend an dort engagiert. Wasensteiner (47) ist seit neun Jahren aktiver Bergwachtler. Im Winter ist er bei der Skiwacht am Brauneck beschäftigt. Feile ist eine von zehn Frauen bei der Bergwacht und gehört seit fünf Jahren dazu. Die 20-jährige Abiturientin will übrigens Medizin studieren.

Mit Worten des Dankes und mit Applaus wurden Christoph Brenninger und Willi Härtle für ihr langjähriges verdienstvolles Engagement gewürdigt. Brenninger ist bereits seit 29 Jahren, also ebenfalls seit Jugendzeiten bei der Lenggrieser Bergwacht, davon acht Jahre als Bereitschaftsleiter und zehn Jahre als Stellvertreter. Härtle gehört der Bergwacht seit 16 Jahren an.

Lenggrieser Bergwacht: (v.l.) Marcus Wasensteiner (stellvertretender Bereitschaftsleiter), Florian Siegel (Bereitschaftsleiter) sowie die jeweiligen Vorgänger Christoph Brenninger und Willi Härtle.

Zentrales Thema der Tölzer Bergwacht: die neue Rettungswache

In seinem betont kurz gehaltenen Jahresrückblick im großen Sitzungssaals des Landratsamtes bedankte sich auch Tölz Bereitschaftsleiter Horst Stahl bei allen Mitgliedern für ihren ehrenamtlichen Einsatz im alpinen Rettungsdienst. Sein Rückblick beleuchtete die Aufgaben und Leistungen der Kameraden im abgelaufenen Jahr 2020.

Neben den routinemäßigen Einsätzen im Einsatzgebiet lobte Stahl vor allem die vorbildliche Arbeit und das Engagement eines qualifizierten Teams von Mitstreitern, ohne deren vertrauens- und verantwortungsvolle Arbeit die Führung nicht möglich sei: „Eine gelebte Kameradschaft mit fast 50 aktiven Bergretter darunter fünf Ärzte und eine Ärztin.“ Das Ansehen der Bergrettungsgemeinschaft zeigt sich auch anhand der Anzahl von derzeit 23 Anwärtern und Anwärterinnen, die sich der mindestens zwei Jahre dauernden, äußerst anspruchsvollen wie vielfältigen Ausbildung mit Prüfungen stellen wollen.

Als zentrales Thema der Hauptversammlung stellte Stahl auch den problematische Bereich Finanzierung der neuen Rettungswache vor – diese verschlingt bekanntermaßen 1,7 Millionen Euro. Gefördert wird das Großbauprojekt auf der Tölzer Flinthöhe vom EU-Leader-Projekt mit 322.000 Euro. Wie berichtet, haben die fleißigen Bergwachtler mittels Spenden von hilfsbereiten Bürgern und durch eigene Aktionen dafür bereits 750.000 Euro selbst gestemmt. Doch das Geld reichte noch nicht.

Martin Fleischer, als Nachfolger für den verstorbenen Kassier Paul Schenk, stellte in seinem Kassenbericht detailliert die immensen Kostensteigerungen der Rettungswache dar. Nur der von der Versammlung einstimmig befürwortete Verkauf eines landwirtschaftlichen Erbgrundstückes könne jetzt die noch große Finanzierungslücke schließen.

Einsätze aus dem vergangenen Jahr

Im Anschluss berichtete Schriftführer Benedikt Hoch über Einsätze aus dem vergangenen Jahr: Da aufgrund der Pandemie-Beschränkungen in der diesjährigen Wintersaison kein Skifahren möglich war, zeigt die Statistik dagegen eine Steigerung der Einsatzzahlen im Bereich Bergwandern und Radfahren (130).

Nach den Ehrungen langjähriger Mitglieder folgte die erforderliche Wahl der Bereitschaftsleitung und der Kassenprüfer. Jeweils einstimmig wurden für die nächsten vier Jahre wurde Horst Stahl als Bereitschaftsleiter, Johannes Kuntze-Fechner als sein Stellvertreter sowie die beiden Kassenprüfer Peter Salomon und Andreas Weihard bestätigt; neu im Amt ist Martin Hammerl als Zweiter Stellvertreter.

rbe/dwe

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