Kein wildes Parken am Sylvensteinsee mehr

Lenggrieser Gemeinderat beschließt neue Parkverordnung an der B307

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Selbst an eindeutig gekennzeichneten Stellen wie hier an diesem Rettungsweg bei der Wasserwachtstation, parken im Hochsommer Autos.

Lenggries – An schönen Tagen geht es zwischen dem Sylvensteindamm und Vorderriß zu, wie am südlichen Walchenseeufer. Rettungswege und landwirtschaftlich genutzte Zufahrten werden zugeparkt, Wohnmobile parken über Nacht, der Müll bleibt häufig liegen, es werden Lagerfeuer entzündet und wenn an sonnigen Tagen das Auto mit heißem Katalysator auf einer trockenen Wiese abgestellt wird steigt die Waldbrandgefahr ganz erheblich. Um dem Treiben der Besucher besser Herr zu werden, beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung eine Zonenparkregelung sowie ein Nachtparkverbot.

Und dass die Situation in der nahen Zukunft keinesfalls besser werden dürfte, machte Franz Steger von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt schon zu Beginn seiner Ausführungen deutlich. Statistiker erwarten bis 2035 etwa 430.000 Neubürger in Oberbayern, davon 300.000 im Münchner Raum. Diese Leute werden ihre Freizeit natürlich auch in den ohnehin schon schwer heimgesuchten Regionen verbringen wollen. Schon heute sei bei vielen Gästen die Vernunft ausgeschaltet. Viele halten sich an keine Regeln, selbst als Rettungswege gekennzeichnete Bereiche würden gnadenlos zugeparkt. Allein im Jahr 2017 habe man 240 Ordnungswidrigkeiten und 800 Anzeigen registriert, Tendenz steigend. Selbst im Naturschutzgebiet seien munter Zelte aufgestellt und Lagerfeuer entzündet worden.

Deshalb müssten Regelungen gefunden werden, an die sich alle zu halten haben. Wie gut das funktionieren kann, zeigen der Wohnmobilparkplatz in Fall oder der Grillplatz bei der Wasserwachtstation. Was geht und was nicht solle auf großen Schildern mit Hilfe von Piktogrammen erklärt werden. Diese werden beginnend beim Sylvensteindamm bis hinter nach Vorderriß an besonders heimgesuchten Stellen aufgestellt werden. Darauf verständigten sich Gemeinde, Straßenbauamt und Polizei schon einmal grundsätzlich auf Ortsterminen im vergangenen Jahr.

Wo Verbote gemacht werden, müsse aber auch deren Einhaltung kontrolliert werden. „Die Polizei kann das nicht leisten“, erklärte Helmut Potstada vom Ordnungsamt. Geplant sei deshalb die Zusammenarbeit mit einem Dienstleister, der den Verkehr in Wolfratshausen überwache. Kontrolliert solle etwa zehn bis 15 Stunden je Monat von April bis Oktober werden. Ob das ausreicht, werde sich in den ersten Monaten herausstellen. Auch über die Kosten sei man sich einig. Da im Außenbereich zu zweit gearbeitet werden müsse, sollen zwei Kontrolleure auf Streife geschickt werden. Drei Stunden Einsatz werden deshalb gut 260 Euro kosten. Finanziert wird das über die verteilten Knöllchen, die je nach Vergehen zwischen 15 und 35 Euro kosten. Potstadas grobe Schätzung: „Acht Knöllchen in der Stunde und die Kosten sind gedeckt.“

Bei den Räten der Gemeinde ernteten die Vorschläge rundherum positive Kommentare. Franz Schöttl von der CSU meinte, dass „man die Maßnahmen nicht flächendeckend machen könne, aber sie seien immerhin ein Anfang“. Markus Landthaler (FWG) ging noch einen Schritt weiter und wünschte sich eine Vergrößerung des Areals an der Wasserwachtstation. Und Florian Forstner (FWG) dachte darüber nach, das Nachtparkverbot, das laut Konzeptvorschlag um 22 Uhr beginnt, nach hinten zu verlegen. Das rief den Bürgermeister auf den Plan: „Je später der Abend desto betrunkener die Gäste.“ Die Isar-Ranger könnten da ein Lied von singen. Das Konzept wurde daraufhin einstimmig befürwortet. Norbert Jiptner

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