Lesen, trinken, entspannen

Stadtbüchereien veranstalten „Silent Reading Party“ in der Zeppelin Bar

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Genossen das ungezwungene Ambiente in der Zeppelin Bar: Antonio Tagliaferro und die Wolfratshauser Stadtbücherei-Leiterin Silke Vogel (hinten links).

Wolfratshausen/Geretsried – Bereits im Herbst des vergangenen Jahres luden die beiden Stadtbüchereien aus Geretsried und Wolfratshausen zu einer „Silent Reading Party“ in die Zeppelin Bar ein. Obwohl zur zweiten Auflage im März gerade einmal fünf Leser und Leserinnen kamen, soll das ungewöhnliche Konzept beibehalten werden.

Die Idee kommt aus den USA und erfreut sich mittlerweile auch in vielen europäischen Städten immer größerer Beliebtheit: Eine „Silent Reading Party“ ist ein Gegenentwurf zu ständiger Erreichbarkeit und Reizüberflutung. Sie schafft den Rahmen, sich ohne Ablenkungen durch Alltagspflichten und mobile Geräte nur auf das Lesen konzentrieren.

„Man liest ganz anders als zu Hause“, erklärt Martina Lechner. Die Mitarbeiterin der Wolfratshauser Stadtbücherei brachte an einem verregneten Montagabend einige Romane verschiedener Genres mit in die Zeppelin Bar am Hans-Urmiller-Ring. Benötigt wurden die Schmöker jedoch nicht, denn die fünf Leser und Leserinnen brachten ihre eigenen Bücher mit, bestellten Getränke und machten es sich dann bald auf dem gemütlichen Ledersofa oder auf Stühlen bequem.

Im Hintergrund lief dezente Musik von Bob Dylan, Johnny Cash, Air und Bob Marley. Zusammengestellt hat die Playlist Zeppelin-Bar-Inhaber Sepp Schwarzenbach. „Ich habe das gerne gemacht“, sagte der 28-Jährige. Da an diesem Abend nur eine Handvoll Gäste gekommen waren, kann der Gastronom nebenbei auf seinem Laptop arbeiten. „Wir haben die Anzeige in der Geretsrieder Stadtbücherei gesehen und wollten uns überraschen lassen“, verriet eine von zwei Geretsrieder Gymnasiastinnen. Im Gegensatz zum 17-jährigen Antonio Tagliaferro wollen sie ihren Namen nicht in der Zeitung lesen. Der Teenager las in dem anspruchsvollen Roman „Kindeswohl“, den der Brite vor sechs Jahren veröffentlicht hat. „Ich mag die entspannte Atmosphäre hier. Das ist ideal, um ungestört ein Buch zu lesen“, betonte er.

Am Ende der dreistündigen Silent Reading Party kündigte Silke Vogel trotz der überschaubaren Teilnehmerzahl eine Neuauflage an. „Das muss sich noch einspielen und mehr bekannt werden: Ich glaube an das Konzept“, versicherte die Leiterin der Stadtbücherei Wolfratshausen.Peter Herrmann

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