Lettenholz: Dachstuhl steht lichterloh in Flammen

Großbrand nach Blitzeinschlag

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Lichterloh in Flammen stand ein Dachstuhl eines Wohnhauses am Lettenholz am Mittwochabend.

Bad Tölz - Alle Bewohner konnten sich retten und in Sicherheit gebracht werden. Aber es musste schnell gehen. Denn innerhalb kürzester Zeit stand am Mittwochabend ein Dachstuhl eines Wohnhauses im Lettenholz nach einem Blitzeinschlag in Flammen. 

Ein gewaltiger Schlag. Dann sah die Anwohnerin im Obergeschoss des Hauses am Lettenholz 45 schon Funken fliegen. Sie packte ihre zwei Kinder und lief aus dem Wohnblock. Auch die restlichen Mitbewohner konnten sich glücklicherweise schnell in Sicherheit bringen – viele von ihnen gewarnt von einem Nachbarn. Und das war gut so. Denn der Dachstuhl brannte nach einem Blitzeinschlag da schon lichterloh. Der Großbrand war weithin sichtbar. Am Brandort, zu dem die Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes sowie die Polizei am Mittwochabend um 21.14 Uhr alarmiert wurden, war das Entsetzen groß. Anwohner und Nachbarn starrten schockiert auf das brennende Haus. „Innerhalb kürzester Zeit stand der Dachstuhl in Flammen“, berichtete Stefan Kießkalt von der Kreisbrandinspektion Bad Tölz-Wolfratshausen im Nachklang der Löscharbeiten, die bis in die Morgenstunden dauern sollten. 

Die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr ließen angesichts der Dimension des Feuers umgehend weitere Kräfte nachalarmieren. Zum Einsatz kamen Kräfte der Wehren aus Bad Tölz, Greiling, Reichersbeuern, Geretsried, Holzkirchen, die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung und die Kreisbrandinspektion. Es wurde ein umfassender Löschangriff sowohl über die Drehleiter, als auch über mehrere Trupps im Innenangriff begonnen. Im weiteren Verlauf wurde eine zweite Drehleiter eingesetzt, um von beiden Seiten auf das Dach zugreifen zu können. Auch eine Drohne mit Wärmebildkamera kam zum Einsatz: „Was von großer Hilfe war, denn so konnten wir unsere Löschangriffe auf die Glutnester konzentrieren“, erklärte der Tölzer Feuerwehrkommandant Thomas Fuchsgruber. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden.

Die Schadenssumme wird von der Feuerwehr auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt. Für die betroffenen 75 Bewohner der drei Gebäude des Reihenhauskomplexes wurde eine Notunterkunft und Notbetreuung in der nahegelegenen Bergwachthalle eingerichtet. „Dort wurden alle Personen gesichtet“, so BRK-Einsatzleiter Michael Weisenbach. Die Betreuung wurde vom BRK mit haupt- und ehrenamtlichen Kräften durchgeführt, „drei Schnelle Einsatzgruppen halfen dabei, während der kriseninterventionsdienst sich den Evakuierten annahm“, fügte Weisenbach hinzu. Die Bewohner standen teils unter Schock, ansonsten blieben sie unverletzt, sieht man von einer Person ab, die wegen einer leichten Rauchgasvergiftung ambulant versorgt wurde. Die Polizei hat inzwischen die Ermittlungen aufgenommen und eine Blitzauswertung vornehmen lassen. Das Ergebnis ist eindeutig, wie Andreas Rohrhofer, stellvertretender Leiter der Polizeiinepsktion Bad Tölz, mitteilte: „Es war ein Blitz.“ Und das decke sich zeitlich auch mit vier Mitteilern beim Notruf des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim, die den Blitzeinschlag allesamt gesehen haben wollen. Rohrhofer zitierte den untersuchenden Fachmann: „Das war ein krasses Blitzgeschehen.“ Auch die Stadt hat nach dem Großbrand umgehend reagiert. Noch in der Nacht lief de Suche nach Ausweichquartieren an. Bewohner der Hausnummer 41 konnten noch am Donnerstagvormittag zurück in ihre Wohnungen. Ein Großteil der Bewohner der Hausnummer 43 und des am schwersten betroffenen Teils (Hausnummer 45) konnte bei Nachbarn, Freunden oder Verwandten unterkommen. „Zwölf Personen benötigten eine Unterkunft“, wie Bürgermeister Ingo Mehner ausführte. 

Die Stadt vermittle hier, auch der Vermieter wolle sich darum kümmern und Ersatzquartiere bezahlen, so Mehner. „Keiner wird im Freien stehen“, so der Rathauschef. Der war sichtlich beeindruckt von der angelaufenen Hilfe: Egal ob bei der Feuerwehr, den Nachbarn oder der Sportjugendherberge, die spontan Unterkünfte angeboten hatte. „Keiner hat nach Zuständigkeiten gefragt, es wurde einfach geholfen“, lobte Mehner, der sich angesichts dieses ersten Großschadensereignisses in seiner erst zweimonatigen Amtszeit schwer beeindruckt zeigte. Im Rathaus habe sich demnach auch ein Stab gebildet, der Hilfsmaßnahmen koordinierte, so Mehner. Zum Zeitpunkt der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag konnte er noch nicht sagen, wann die Bewohner wieder zurück ins haus dürfen. „Derzeit sichert eine Zimmerei das Dach, ein Statiker untersucht das Gebäude.“ Thomas Kapfer-Arrington

Bewohner der betroffenen Häuser, die im Zuge des Brandes in den kommenden Wochen eine Wohnalternative suchen, können sich unter der Hotline 0228/518631 mit dem Hauseigentümer in Verbindung setzen.

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