Tag des Aufbruchs

Lichtmesstag: musikalisch-nachdenklicher Jahresbeginn in Bad Tölz

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Grüner Tee und Blumen für die EU-Abgeordnete: MdL Hans Urban (3.v.l.) überreichte einen kleinen Dank an Barbara Lochbihler (r.). Im Hintergrund die Kreisgrünen-Sprecher Barbara Schwendner und Alexander Müllejans.

Landkreis – Zu einem gemütlichen und inspirierenden Abend luden die Landkreis-Grünen am bereits zum zweiten Mal all diejenigen, die sich sozial, politisch, ökologisch oder kulturell engagieren. Der Lichtmesstag am 2. Februar galt einst als Tag des Wechselns oder Bleibens für Dienstboten. Die Bauern befragten ihre guten Knechte und Mägde bereits im vorangegangenen Herbst, ob sie im neuen Arbeitsjahr – dies begann eben an Lichtmess – wieder zu Diensten stehen. Dies wünschen sich die Landkreis-Grünen wohl auch von den Engagierten, die sich am Samstagabend im Tölzer Kolberbräu zum geselligen Beisammensein einfanden.

Für Barbara Schwendner, Kreisrätin und Grünen-Sprecherin ist Lichtmess aber viel mehr als nur der Beginn eines neuen (Arbeits-)Jahres. Vierzig Tage nach Weihnachten endete früher traditionell die Weihnachtszeit. Erst dann verschwanden Krippen und Weihnachtsbäume aus den Stuben. Die eher nachdenkliche Anfangs-Jahreszeit konnte Platz machen für was Neues. Für Schwendner gilt der Lichtmesstag daher auch als Tag des Aufbruchs. , bemerkt sie beim Empfang.

Und auch die Engagierten würden den Landkreis in gewisser Weise heller machen. Menschen, die sich in Politik, Naturschutz, im musikalischen Bereich oder im Weltladen engagieren. Der Dialog und die Begegnung mit ihnen sei wichtig für die Grünen, sagt sie. Ein Dialog der gesellschaftlich weitergeführt werden sollte. Einen ganz speziellen Dialog mit den Gästen – einen musikalischen – führten Sepp Kloiber und Martin Regnat. Sie gelten als Wanderer zwischen Bodenhaftung und Weltoffenheit und brachten dies in musikalischen Klängen und nachdenklichen Worten zum Ausdruck. „Wo ist das Herz? Wo ist das Leben? Wo ist die große Seele? Sag‘ mir wo?“ Kloiber fragte es ins Publikum. Auch er wünscht sich offenbar eine Umdenken, einen Neuanfang für die Zukunft. „Ein anderes Denken. So frei wie jeder leben kann. Ohne Rüstung. Ohne Schand. Ohne Gewalt. Ohne Gier. Bleib‘ ganz bei Dir...“ Sich für ein friedliches Europa einsetzen will sich auch weiter EU-Abgeordnete Barbara Lochbihler, die die Festrede hielt. „Europa – darum kämpfen wir. Für Frieden, Demokratie und Solidarität“ Unter diesem Motto berichtete sie aus ihrer zehnjährigen Erfahrung im Europaparlament. Eine Zeit, in der sie sich mit zahlreichen Krisenregionen auseinandersetzte. Teile Afrikas, Südostasien, Afghanistan, Syrien, Jemen. In vielen Regionen auf der Welt herrschten Krieg, Gewalt und Hungersnöte. Um so wichtiger sei es, dass die EU eine friedliche Außenpolitik mache. „Die Weltordnung befindet sich in einem Verwilderungsprozess“, zitierte sie Bundesaußenminister Heiko Maß. Und sprach damit die geänderte Weltordnung an, in der Machthaber internationale Abkommen aufkündigten und mehr nationale Interessen vertreten. Lochbihler sprach sich dafür aus, dass Abrüstung wieder auf die Tagesordnung kommen müsse. Auch rassistischen Bewegungen müsse man sich entgegenstellen. Man müsse für die Politik eintreten, für die man stehe, sprach sie den Wunsch der Grünen nach einer offenen Gesellschaft an.„Frieden schaffen heißt sich aktiv einzusetzen für Menschenrechte.“ Zu diesem Zwecke sei es auch wichtig, sich an den im Mai anstehenden Europawahlen zu beteiligen. Lochbihler wünscht sich ein solidarisches Europa mit hohen Umweltstandards, gesunden Lebensmitteln und einer lebenswerten Zukunft für nachkommende Generationen. „Wir können uns glücklich schätzen in Frieden zu leben. In vielen Regionen herrscht die Gewalt.“ Rose-Marie Beyer

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