Listerien-Skandal: Bei Sieber läuft Testproduktion an / Landratsamt fordert weitere Unterlagen ein

„Sicherheitskonzept gehört konkretisiert“

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Erste Produkte wurden bei Sieber inzwischen wieder testproduziert. Bei der Großmetzgerei in Geretsried, die wegen Listerien in die Schlagzeilen geriet, setzt Insolvenzverwalter Josef Hingerl auf einen Neuanfang.

Geretsred – „Der Neuanfang ist gemacht“, meint Josef Hingerl, der Insolvenzverwalter der Großmetzgerei Sieber, die im Zuge von Listerienfunden Schlagzeilen schrieb. Zwar kam es wieder zu einer Testproduktion. Allerdings mahnt das Landratsamt das inzwischen eingereicht Sicherheitskonzept an.

 „Während der vergangenen beiden Wochen wurden bei der Firma Sieber alle Anstrengungen unternommen, damit die Produktion möglichst zeitnah wieder aufgenommen werden kann“, so Hingerl. Da der Firma Sieber im Bescheid vom 28. Mai 2016 jegliches Inverkehrbringen von Produkten untersagt wurde, mussten rund 100 Tonnen an fertigen Erzeugnissen wie auch alle Halbfertigprodukte und Rohwaren aus den Produktions- und Lagerräumen entfernt und vernichtet werden. Durch eine umfassende Reinigung und Desinfektion der Produktionsräume und Gerätschaften sowie einer sich anschließenden engmaschigen Umfeldbeprobung auf Listerien seien alle Voraussetzungen geschaffen worden, „damit zukünftig der Eintrag dieser in der Umwelt weit verbreiteten Keime vermieden werden kann“, so Hingerl. Das von dem hinzugezogenen externen Sachverständigen Prof. Dr. Elsser-Gravesen ausgearbeitete und den Behörden vorgelegte Sicherheitskonzept sehe weiterhin vor, dass aufgrund des allgemein weit verbreiteten Vorkommens dieser Keime die Verarbeitungsprozesse dieser Gefährdungssituation angepasst werden. Basierend auf einem mehrstufigen Sicherheitskonzept seien bei Sieber zu Beginn vergangener Woche bereits mehrere Erzeugnisse erfolgreich testproduziert worden. Hingerl: „Momentan ist vorgesehen, dass die Produktion nach Absprache mit den zuständigen Behörden sehr zeitnah stufenweise wieder fortgeführt wird.“ Dem Insolvenzverwalter zufolge stehe der Firma Sieber nach der Implementierung aller nun vorgesehenen hygienischen und technologischen Maßnahmen künftig ein auf „neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen“ basierendes und für die Herstellung von verzehrfertigen Lebensmitteln „vorbildliches Sicherheitskonzept gegen Listerien“ zur Verfügung, das modernen Verbraucherschutz mit handwerklicher Tradition und hochwertigen Fleischwaren verbindet. Ob das Konzept am Ende auch die Kunden überzeugt, bleibt abzuwarten. Und auch das Landratsamt scheint nicht vollends begeistert: Zwar sei das Sicherheitskonzept am vergangenen Montag im Landratsamt eingegangen. Die Kreisbehörde nannte es in Abstimmung mit den beteiligten Fachbehörden in einer ersten Einschätzung auch „durchdacht“. Allerdings würden „unbedingt notwendige Konkretisierungen“ fehlen. Und weiter heißt es: „Die Insolvenzverwaltung wird weitere Unterlagen nachreichen müssen.“ Thomas Kapfer-Arrington

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