Teurere Bauarbeiten

Mammutprojekt: Tölzer Nordspange einen Schritt weiter

Eine Grafik wie die Tölzer Nordspange aussehen soll
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So soll die Tölzer Nordspange aussehen.
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Bad Tölz/Berlin – Heißt es bald freie Fahrt auf der Tölzer Nordumfahrung? Ein weiterer Schritt bei der Umsetzung des langjährig geplanten Mammutprojekts ist jetzt erst einmal genommen.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat nämlich die Finanzierung der Tölzer Nordumgehung freigegeben. Die gute Nachricht erhielt der CSU-Bundestagsabgeordnete und hiesige Stimmkreisabgeordnete Alexander Radwan vergangenen Mittwoch vom Bundesverkehrsminister. Andreas Scheuer (CSU) unterschrieb in Berlin nämlich die Finanzierungszusage zur Bad Tölzer Nordumfahrung. „Dem so wichtigen und langersehnten Großprojekt steht nun nichts mehr im Weg“, freut sich Radwan.

Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan (l.) und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer präsentieren die Finanzierungszusage für die Tölzer Nordspange vor dem Berliner Bundestag.

2016 war es Radwan gelungen, das seit über 20 Jahren geplante Projekt Nordumfahrung im Bundesverkehrswegeplan mit „vordringlichem Bedarf“ zu priorisieren. Damals lag die Kostenberechnung bei 25,6 Millionen Euro. 2019 erfolgte dann der Planfeststellungsbeschluss, seitdem wurden weitere Hürden wie etwa die Sicherstellung einer ausreichenden Entwässerung für Greiling genommen.

Wie es jetzt aus dem Büro des Bundestagsabgeordneten weiter heißt, übernimmt das Bundesministerium für Verkehr Kosten in Höhe von 47,7 Millionen Euro (Stand: Mai 2021). Die vom staatlichen Bauamt Weilheim vorgenommene Kostenberechnung lag im Jahr 2018 allerdings noch bei 32,8 Millionen, wie der für Bad Tölz-Wolfratshausen zuständige Abteilungsleiter Martin Herda mitteilt.

Inhomogener Baugrund

„Bei den Aufschlüssen vor Ort hat sich ein deutlich inhomogenerer Baugrund heraus gestellt, als dies aus der ursprünglichen Baugrunduntersuchung bekannt war. Es liegen sowohl sehr stark schwankende Grundwasserstände vor, als auch unterschiedlichste geologische Bedingungen.“ Etwa moorige, sandige oder lehmige Böden. Dies führe zu einem deutlich höherem Aufwand beim Gründen der Strecke.

Des Weiteren muss während der Bauzeit ein hohes Verkehrsaufkommen auf der B 472 abgewickelt werden, insbesondere auf Höhe des sogenannten Maxlweihers an der Einmündung der Sachsenkamer Straße in die B 472. Herda berichtet: „Um den stark gestiegenen Verkehr auch während der Bauzeit möglichst ohne Leistungsfähigkeitseinbußen abwickeln zu können, werden dafür aufwändige Provisorien eingerichtet, die entgegen mehrerer kleinräumiger Verkehrsumlenkungen während der gesamten Bauzeit aufrecht erhalten werden sollen. Dies seien neben den in den vergangenen Jahren „stark gestiegenen“ Baukosten, die Hauptgründe für die Kostensteigerung um fast 15 Millionen Euro.

„Eine moderne und bedarfsgerechte Infrastruktur“

Verkehrsminister Andreas Scheuer hat die Summe zur Tölzer Nordspange vergangene Woche von Berlin aus freigegeben. Damit kann in der Isarkurstadt bereits diesen Herbst mit dem Bau begonnen werden. Als erstes mit der sogenannten Baufeldfreimachung: Diese beinhalte Rodungsarbeiten, Untersuchungen auf mögliche im Boden befindliche Kampfmittel, Entsorgung vorhandener Haufwerke und Altlasten sowie Verbesserungen an den Zuwegen zum Baufeld, berichtet Martin Herda vom Staatlichen Bauamt Weilheim. Im Frühjahr 2022 sollen dann die eigentlichen Bauarbeiten starten. Ein Bauende der Tölzer Nordspange werde für das Jahr 2025 angestrebt.

Während der Bauzeit erfolgt die Verkehrsführung über Provisorien, „die dort notwendig werden, wo der Bau der Nordumfahrung in den derzeitigen Verkehrsraum eingreift“, erklärt Herda weiter. Diese sind am Maxlweiher, dort wo die B13 die künftige Trasse der Nordumfahrung kreuzt und kurz vor Greiling am Bauende der Maßnahme. „Es werden jeweils Provisorien entstehen, die während der Bauzeit des jeweiligen Abschnittes durchweg erhalten bleiben können“, so der Straßenbau-Abteilungsleiter für den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weiter. Am Maxlweiher werde zudem eine Ampelanlage den Verkehr in die Sachsenkamer Straße regeln.

Tölzer Nadelöhr: 30.000 Autos passieren täglich die Flinthöhe

„Das Projekt ist vor allem deshalb so notwendig, weil unsere Region so beliebt und daher stark von allgemeiner Mobilität betroffen ist“, betont Alexander Radwan. Etwa 30.000 Autos pressen sich täglich durchs Tölzer Nadelöhr auf der Flinthöhe. Stau zu den Stoßzeiten eine alltägliche Gegebenheit unter der Woche. Die Nordumfahrung sei daher ein bedeutender Weg des schrittweisen Ausbaus der B 472 als wichtige Ost-West-Verbindung im Alpenvorland“, so der CSU-Bundestagsabgeordnete weiter.

Der zwei-streifige Neubau solle die Ortsdurchfahrt auf der Flinthöhe „um bis zu 65 bis 85 Prozent je Teilstrecke entlasten und zukünftig für eine staufreie Durchfahrt auf B13 und B472 sorgen“. Alle derzeit vorhandenen Ampeln sollen wegfallen. Auch für Pendler aus dem Landkreis Miesbach werde die Umfahrung die An- und Durchfahrt aus Richtung Waakirchen oder Holzkirchen deutlich verbessern.

Radwan blickt zukunftsorientiert auf seinen Stimmkreisbezirk Bad Tölz-Wolfratshausen: „Für die Region brauchen wir auch auf der Straße weiterhin eine moderne und bedarfsgerechte Infrastruktur und auf der Tölzer Flinthöhe werden wir sie nun auch bekommen.“

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