Grüne Lebensretter für junge Kitze

Künstler Marco Paulo und Autohändler Hans Willibald wollen mit den Rehkitz-Rettern junge Tiere vor dem Mähtod bewahren

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Marco Paulo (r.) übergibt die Rehkitz-Retter an Hans Willibald (l.): Landwirte und Jäger können sich die elektronischen Geräte kostenlos im Autohaus Willibald ausleihen. Damit können bei der Mahd Wildunfälle vermeiden werden. 

Bad Tölz/Wackersberg – Tierleben retten: Genau das wollen Hans Willibald aus Wackersberg und der Tölzer Marco Paulo. Jährlich werden etwa 100.000 Wildtiere auf Deutschlands Feldern und Wiesen von Mähbalken und Mähdreschern verstümmelt und getötet – um das zu verhindern verleihen sie kostenlos die sogenannten Rehkitz-Retter an Bauern und Jäger.

Die Überlebensstrategie der wilden Neugeborenen, die von ihren Müttern im hohen Gras oder im Getreidefeld in einer kleinen Mulde versteckt werden, ist einfach und genial: die kleinen Tiere ducken sich, bleiben regungslos liegen und sind durch ihre Fellfärbung getarnt. Aber genau das bewegungslose Zusammenkauern könnte bei einer Ernte und beim Mähen zum grausigen Tod führen – da sie vom Erntefahrzeug aus nicht gesehen werden. „Gegen den Mähdrescher haben sie keine Chance“, betont Marco Paulo.

Paulo ergriff nun die Initiative und hat sich an den hiesigen Jagdpächter gewendet und erzählte von seiner Idee: nämlich kleine elektronische Geräte – den Rehkitz-Rettern. Diese Geräte werden ein bis zwei Tage vor der Mahd direkt im Feld aufgestellt. „Der Landwirt kennt oftmals die Stellen, an denen die Jungen abgesetzt werden“, erklärt Paulo. Die Geräte geben dann akustische und optische Signale von sich, das wiederum ein Muttertier irritiert. Daraufhin versteckt sie ihre Jungen an einen sicheren Platz. Paulo hat nun sechs dieser Geräte gekauft und sie direkt an Hans Willibald aus Wackersberg übergeben, der von den Rehkitz-Rettern begeistert ist.

Jetzt können Bauern und Jäger die Geräte bei der Autofirma Willibald in Wackersberg abholen, aufstellen und nach Gebrauch wieder zurückgeben. „Für den Landwirt ist das Aufstellen kostenlos und sehr einfach“, erklärt Paulo. Die Akkus der Geräte halten die Spannung für zwei bis drei Wochen, dies genügt für bis zu sechs Einsätze. Danach werden sie aufgeladen und sind sofort wieder einsatzbereit. „So bleibt die Hoffnung, dass dieses Jahr möglichst viele Jungtiere gerettet werden können.“  dwe

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Kontakt: Bei Hans Willibald in Wackersberg (Steinbach 49) können die Rehkitz-Retter kostenlos ausgeliehen werden. Kontakt unter Tel: 08041/78 27 19.

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