Marihuana-Session im Isarau-Stadion

28-jähriger Geretsrieder muss sich wegen BTM-Handel verantworten

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Amtsgericht: Richter Helmut Berger reduzierte die Freiheitsstrafe schließlich auf sechs Monate, die er zur Bewährung aussetzte.

Geretsried – Süßlicher Marihuana-Geruch wehte zwei Polizisten am 29. August 2019 im Isarau-Stadion entgegen. Auf der Tribüne trafen sie vier junge Männer an, von denen sich ein 28-Jähriger nun wegen des unerlaubten Besitzes und Handels von Betäubungsmitteln vor dem Amtsgericht verantworten musste.

Die Polizisten fanden 2,85 Gramm Marihuana in einem Plastiktütchen und forderten den Besitzer auf, ihnen seine Wohnung zu zeigen. Dort stießen die Fahnder auf einen Plastikbehälter mit weiteren 42 Gramm Cannabis sowie auf 4,2 Gramm einer Kokain-Amphetamin-Mischung, eine digitale Briefwaage und viele Geldscheine. „Das ließ auf BTM-Handel schließen“, erklärte ein Polizist in der Verhandlung.

Der Angeklagte widersprach nicht, beharrte aber darauf, dass die im Stadion gefunden 2,85 Gramm und das Kokain-Amphetamin-Gemisch nur für den Eigenkonsum bestimmt waren beziehungsweise verschenkt werden sollten. „Ich hatte zu dieser Zeit gerade mein Studium abgebrochen und Probleme mit einer Freundin“, gab er zu Protokoll.

Die 42 Gramm Marihuana wollte der Geretsrieder dagegen wirklich an Freunde weiterverkaufen. „Das war Spezlwirtschaft“, gab der Angeklagte zu. Ein 22-Jähriger Bekannter, der von den Polizisten am 29. August im Isarau-Stadion beim Drehen eines Joints beobachtet wurde, sprach vor Gericht von einer spontanen Pre-Listening-Session des neuen Albums eines R&B-Sängers. „Augustiner Hell und Marihuana gehören einfach zum Musikgenuss dazu“, behauptete der Geretsrieder.

Da der Angeklagte bereits drei einschlägige Vorstrafen hatte, forderte der Staatsanwalt eine zehnmonatige Freiheitsstrafe, die aufgrund einer positiven Sozialprognose aber noch zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Als Auflage empfahl er die Zahlung von 1.500 Euro an eine gemeinnützige Organisation sowie ein Abstinenzprogramm, in dem der Angeklagte sein drogenfreies Leben nachweisen muss.

Richter Helmut Berger reduzierte die Freiheitsstrafe schließlich auf sechs Monate, die er zur Bewährung aussetzte. Als Geldauflage muss der Geretsrieder 1.000 Euro an die Caritas-Suchtberatung zahlen und an einem Abstinenzprogramm teilnehmen. Nach dem Urteil gelobte der 28-Jährige Besserung: „Jetzt hört es auf, sonst sind sowohl meine Wohnung als auch meine Freundin weg“, schwor er sich. ph

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