102 Corona-Infizierte im Pflegeheim und betreuten Wohnen

Massiver Covid-19-Ausbruch im Geretsrieder St. Ursula - Ursache über rasante Ausbreitung unklar

Pflegeheim St. Ursula in Geretsried
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Ausbruch im Altenpflegeheim St. Ursula: Innerhalb von zwei Wochen infizierten sich ein Großteil der Bewohner und des Personals.
  • Daniel Wegscheider
    vonDaniel Wegscheider
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Geretsried – Über Hundert Menschen haben sich in einem Geretsrieder Altenheim innerhalb weniger Tage mit dem Coronavirus infiziert - drei Bewohner sind in Zusammenhang mit Covid-19 verstorben.

Die ersten getesteten Positiven sind in der zweiten Januarwoche aufgetreten, seitdem ist die Anzahl der Infizierten stetig gestiegen. Die Tragik, am 12. Januar haben die Impfungen in der Einrichtung begonnen, bei der es sich nach Information unserer Zeitung um das Geretsrieder Pflegeheim St. Ursula handelt. Das neben dem Pflegebereich mit 53 Bewohnern unter seinem Dach auch eine sozial-therapeutischen Langzeiteinrichtung (Platz für 126 Patienten) sowie eine ambulante therapeutische Wohngemeinschaft betreut. Wie viele Personen derzeit dauerhaft im Pflegeheim stationiert sind, ist unklar. Auf Anfrage, teilt eine Mitarbeiterin der Pflegeheim GmbH mit, dass derzeit „keine Auskünfte“ gegeben werden.

Sicher dagegen ist: „51 der positiv getesteten Bewohner haben ihre Erstimpfung erhalten“, berichtet Landratsamt-Sprecherin Marlis Peischer. Ein Mitarbeiter des Personals „war sieben Tage vor dem Nachweis des Virus das zweite Mal geimpft worden“. Doch das Vakzin erhalte seine volle Wirksamkeit erst 14 Tage nach der Zweitimpfung.

„Der tatsächliche Indexfall lässt sich nicht definieren“ 

Landratsamt-Sprecherin Marlis Peischer

Das Gesundheitsamt hält seit Beginn des Ausbruchs intensiven Kontakt zur Einrichtungsleitung. Da in dieser einige Bewohner körperlich noch sehr mobil seien, bestehe derzeit die „größte Herausforderung“ darin, die Quarantäne der positiv getesteten Personen und Kontaktpersonen 1 strikt einzuhalten. Peischer betont: „Dafür wurde die Einrichtung streng in Pandemie- und Quarantänezonen getrennt.“

Wie das Virus in das Pflegeheim gekommen war, lasse sich nicht sicher klären, berichtet die Landratsamt-Sprecherin weiter. Bei den ersten beiden positiven Tests handelte es sich um einen Bewohner sowie einem Personalmitarbeiter. „Der tatsächliche Indexfall lässt sich nicht definieren.“

Unklar bleibt auch die rasante Corona-Ausbreitung, trotz des geltenden Hygienestandard im St. Ursula Pflegeheim. Auf der Homepage listet sich seit zehn Jahren die Qualitätskontrollprüfung – die immer mit „sehr gut“ vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) abgestempelt wurden. Jetzt gilt aufgrund der derzeitigen Corona-Situation für die Einrichtung an der Geretsrieder Sudetenstraße ein generelles Besuchsverbot. „Ausgenommen sind Besuche für Bewohner in palliativen Situationen“, steht auf der Homepage.

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Derzeit befinden sich sieben Bewohner in stationärer Behandlung. Allerdings konnten seit Beginn des Ausbruchs auch einige Personen wieder aus der Isolation entlassen werden, „sie gelten als genesen“, berichtet Peischer, und weiter: „Der Betrieb in der Einrichtung ist derzeit gewährleistet.“ Daniel Wegscheider

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