Masterplan für das Museum

Die Eröffnung des Museums der Stadt ist für das Frühjahr 2013 angepeilt. Die Gespräche und Arbeiten schreiten voran. Das Konzept überzeugt die Stadtverantwortlichen. Euphorisch die Stimmung bei der Präsention des Werft-Geschäftsführers Christian Raißle jüngst im Stadtrat. Nächste Etappe: Im kommenden Frühjahr soll die Wandabwicklung zu jedem Raum und die Verortung aller Objekte erstellt sein.

„Das Konzept ist bewundernswert“, traf Grünen-Sprecher Volker Witte den einhelligen Tenor des Gremiums. En detail ist die Stadtgeschichte thematisiert. Die Zeit der Rüstungsbetriebe, die Vertreibung, die Ankunft der Vertriebenen, das Leben in Baracken. In den Räumen für Schlesier, Egerländer, Donauschwaben und Siebenbürger finden Erinnerungsstücke ihren Platz. „Allerdings reduziert auf wenige Elemente“, wie Raißle mitteilt – gemäß dem Motto „Weniger ist mehr“. Dabei ist das Konzept durchgehend stringent. In jedem Raum findet sich ein Leitobjekt, dass die Aufmerksamkeit des Besuchers wecken soll. „Hier holen wir den Besucher in den ersten drei bis fünf Sekunden nach Betreten des Raumes ab“, erläuterte Raißle die inszenatorische Herangehensweise. Von diesem zentralen Element wird der Besucher weitergeführt. „Etwa durch dramaturgische Wandbilder, passend zum Thema.“ Emotional wird der Besucher in die Geschichte Geretsrieds miteinbezogen. Er spürt die Vergangenheit und erlebt sie durch die Inszenierung. „Geschichte wird so nachvollziehbar“, sagte Raißle. Drastisch kontrastierend etwa die Idee des Planers einen Hochseecontainer aufszustellen, in welchen in der heutigen Zeit Menschen bei einem Umzug ihr Hab und Gut unterbringen. Ein Handwagen der Vertriebenen zeige deutlich den Unterschied. Das Konzept des Planers sieht eine Erweiterung des alten Ingenieurshaus an der Graslitzer Straße vor. „Jeder der dieses Konzept beschließt, bekennt sich zu einem späteren Neubau auf dem Nachbargrundstück“, sagte Bürgermeisterin Cornelia Irmer (parteifrei). Dort solle es Räume für die Griechen oder die Russlanddeutschen geben. „Sie sind in Geretsried ebenfalls heimisch geworden“, betonte Irmer. Überdies ist angedacht, die Nachkriegsgeschichte der Isarstadt zu dokumentieren. rf

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