Frieden beginnt im Kopf

Mayors for Peace: 130 Jugendliche diskutieren mit Politikern und Kirchenvertretern

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130 Schüler diskutierten mit acht Gästen aus Politik und Kirche über das Thema „Frieden“.

Geretsried – Eine offenen Atmosphäre mit einem angeregten Austausch und vielen Meinungsbildern zum Thema Frieden: Das gab es, als kürzlich im Schulzentrum Geretsried im Rahmen des Aktionstages Mayors for Peace (englisch: „Bürgermeister für den Frieden“) rund 130 Schüler der Mittel- und Realschule Geretsried auf acht Experten trafen. Dazu lud „Integration aktiv“ des Trägervereins Jugend- und Sozialarbeit Geretzsried ein.

Neben dem Geretsrieder Bürgermeister Michael Müller erklärten sich Helmut Groß (Friedensinitiative), Habib Qani (Sozialreferat München), Hanns-Frank Seller (2. Bürgermeister der Gemeinde Benediktbeuern), Imam Muhammad Mansour, Florian Gruber (evangelischer Pfarrer) und Thomas Neuberger (katholischer Dekan) bereit, als Meinungsgeber zu fungieren. Bürgermeister Müller betonte zunächst die Bedeutsamkeit der Veranstaltung in Geretsried: „einer Stadt, die historisch durch Waffenproduktion sowie Kriege und ihre Auswirkungen geprägt ist“. Anschließend übernahm Moderator und SZ-Lokalredaktionsleiter Florian Zick die Moderation des Dialoges. Eingangs wurde die Bedrohung des Friedens durch (atomare) Waffen und damit der Gründungsgrund der Initiative Mayors for Peace erörtert. Dabei verwiesen die Experten auf die lange, zeitgeschichtliche Beziehung zwischen Menschen und Waffen. Eine Welt ohne Waffen sei auf Grund dessen utopisch. Von Schülerseite wurde an diesem Punkt der zu leichte Zugang zu Waffen kritisiert, was Zustimmung in der Experten-Runde mit sich brachte. Viel mehr müsse deswegen an die Bedeutung des Menschen hinter oder an dem Kriegsgerät appelliert werden. Als ein Wesen, das auch Alltagsgegenstände als Waffe missbrauchen kann, sei der Mensch verantwortlich, ob und wie er mit Waffen umgeht, so der Tenor. Das brachte den Dialog zu den Möglichkeiten, sich für Frieden einzusetzen. Begegnung und ehrlicher wie toleranter Diskurs seien die Grundlage für jeden dahingehenden Erfolg. Wichtigen Themen Platz im Alltag, Beruf und Bildung einzuräumen, stelle das Fundament für ihre Lösungen. Und dafür fange im besten Falle jeder Mensch bei sich selbst an. Reflexion und die Fähigkeit einer realistischen Wahrnehmung helfe beim Erkennen und Einschätzen von Problemen, Konflikten sowie herrschenden Ungleichheiten. Das wiederum verkleinere die Reichweite von Extremismus und Populismus. Die Devise: „Frieden beginnt also im Kopf.“ Ein Konsens, dem die gesamte Aula mit nickenden Köpfen zustimmte. Abschließend setzten sich Schüler und Experten mit dem negativen und positiven Friedensbegriff auseinander. Sehr schnell legten sich die Beteiligten darauf fest, dass Erster keine Option für die Zukunft ist. Frieden sei mehr als nur kein Krieg. Einzelne Schüler diskutierten mit oder stellten Fragen an die Runde. Außerdem nutzten rund 15 Schüler pro Experte und Moderator die zwischenzeitliche „Speed-Dating Runde“, um die jeweiligen Ansprechpartner besser kennenzulernen und Friedensfragen im kleineren Rahmen zu besprechen. Was blieb, ist die Erkenntnis, dass es sich verbietet, die Hoffnung auf einen allumfassenden Frieden aufzugeben. Ein offener Diskurs setzt dazu eine ideale Basis – und den Anfang machten die Schüler bei der Diskussionsveranstaltung selber. tka

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