Medienunternehmer Stefan Eckardt wehrt sich mit Film gegen Vorwürfe des BR

„Die Stadt ist doch nicht tot!“

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Wehren sich in einem siebenminütigen Film des Wolfratshauser Medienunternehmers Stefan Eckardt gegen die Vorwürfe des BR, Wolfratshausen sei bereits tot: Bürgermeister Klaus Heilinglechner (oben, l.), Ines Boodevaar (oben, r.), Carl Morbach (unten, l.) und Stefan Fischer (unten, r.).

Wolfratshausen – Die Wolfratshauser Innenstadt stirbt aus und die Stadt tut nichts dagegen. So lautet das Fazit eines Filmberichts, der kürzlich in der Abendschau des Bayerischen Rundfunks zu sehen war. Doch das wollen einige Wolfratshauser so nicht stehen lassen.

Deswegen hat der Wolfratshauser Medienunternehmer Stefan Eckardt nun einen Gegenfilm gedreht, „um mit der negativen Stimmung aufzuräumen“. „Gegen solch einseitige Darstellung muss man sich doch wehren, wenn einem etwas an dieser Stadt liegt“, betont Eckardt. „Wolfratshausen hat seine Probleme, ja. Aber die Stadt ist doch nicht tot! Im Gegenteil: Sie bietet wahnsinnig viel Liebenswertes, eine hohe Lebensqualität. Und die Geschäftslandschaft ist alles andere als trist.“ Mit dieser Einschätzung liegt Stefan Eckardt ganz auf einer Linie mit Bürgermeister Klaus Heilinglechner und einigen engagierten Wolfratshauser Geschäftsleuten, die sich ebenfalls über die einseitig negative Berichterstattung geärgert haben.

Stein des Anstoßes bildete am 29. April ein Filmbericht in der Abendschau des BR, in dem Wolfratshausen als sterbende Stadt präsentiert wurde. Dabei stand der Sendebeitrag groß unter dem Titel „Tristesse in Wolfratshausen“. Gezeigt wurden hier das geschlossene Isar Kaufhaus und weitere leerstehende Geschäfte sowie abbröckelnde Fassaden in der Innenstadt. Selbst von „Stillstandshausen“ sprach hier der Kommentator anstelle von Wolfratshausen.

Jetzt hat Eckardt eine filmische Gegendarstellung – unter www.wor.tv – ins Netz gestellt. Der siebenminütige Film, der zusammen mit der Stadt entstand, zeigt ein differenzierteres Bild der Flößerstadt. Er lässt sowohl den Bürgermeister als auch Wolfratshauser Geschäftsleute zu Wort kommen und zeigt eine lebendige Innenstadt mit liebevoll und professionell gepflegten Geschäften.

„Am meisten ärgert mich das Totreden von Wolfratshausen. Es gibt wahnsinnig viele Geschäfte hier, die jeden Tag die Tür aufsperren und wirklich mit Leidenschaft darum kämpfen, dass hier ein Angebot zustande kommt“, erklärt Stefan Fischer, der ein Trachtengeschäft in der Altstadt betreibt. Diesen Läden schade die schlechte Berichterstattung, so Bürgermeister Heilinglechner. Auch Carl Morbach, der einen so genannten Concept Store – eine Mischung aus Boutique und Einrichtungsgeschäft – betreibt, wundert sich in dem Film, dass „mehr über Leerstand gesprochen wird, als darüber, dass wir hier funktionierende Läden haben.“ Zudem fügt er hinzu: „Man muss sich halt auch die Mühe machen und in die Stadt gehen.“ Ines Boodevaar, Inhaberin eines Modehauses, findet, dass man in Wolfratshausen sein Leben „sehr sehr gut bestreiten kann“. Sie fordert aber auch eine bessere Außendarstellung von Seiten der Stadt: „Wolfratshausen muss mehr Werbung machen und muss sich einfach positiv outen.“

Stefan Eckardt sieht das ebenso: „So viel Negativität ist einfach schädlich für unsere Stadt, das zieht alle runter.“ Dass es Leerstand in der Wolfratshauser Innenstadt gebe, das bestreite niemand, so Eckardt. Aber es nütze auch nichts, sich nur ans Schlechte zu krallen und zu jammern. „Besser ist doch, man packt an und tut was.“ Und der Film sei eben ein erster Schritt.    naj

Den Film von Stefan Eckardt gibt es online unter www.wor.tv zu sehen.

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